EU-Kommission Volkswagen darf Europcar übernehmen

Ein Konsortium um Volkswagen will den Autovermieter Europcar kaufen, die EU-Kommission hat keine Bedenken. Nun liegt es an den bisherigen Anteilseignern, ob der spektakuläre Deal zustande kommt.
Europcar-Filiale am Pariser Flughafen Charles de Gaulle (Archivfoto)

Europcar-Filiale am Pariser Flughafen Charles de Gaulle (Archivfoto)

Foto: Charles Platiau / REUTERS

Die EU-Kommission hat einem Konsortium um Volkswagen grünes Licht für die Übernahme des Autovermieters Europcar gegeben. Damit sei die letzte aufschiebende Bedingung des Übernahmeangebots erfüllt, teilt der Konzern mit.

Die Europcar-Aktionäre haben nun bis zum 10. Juni Zeit, die Offerte anzunehmen. Sollten sich nicht genügend Aktionäre zu diesem Schritt entscheiden, könne die Frist um weitere zehn Tage verlängert werden.

Volkswagen will mehr als 90 Prozent an Europcar übernehmen. Wenn diese Schwelle überschritten werde, erhöhe sich der Angebotspreis um einen Cent auf 51 Cent je Aktie, hieß es. VW bietet zusammen mit dem Vermögensverwalter Attestor und dem niederländischen Mobilitätsanbieter Pon Holdings 2,9 Milliarden Euro für die Autovermietung.

»Mehrere Hundert Millionen« an Investitionen

Bislang hat sich das Konsortium 68 Prozent an Europcar gesichert. Der zuständige VW-Vorstand Christian Dahlheim sagte, das Unternehmen favorisiere den Squeezeout, bei dem ab einem bestimmten Anteil verbliebene Minderheitsaktionäre aus dem Unternehmen gedrängt werden dürfen, »aber er ist nicht zwingend«. Auch mit den 68 Prozent könne Volkswagen im Konsortium alle unternehmerischen Entscheidungen treffen.

Zugleich kündigte Dahlheim Investitionen an. »Wir gehen davon aus, dass mehrere Hundert Millionen investiert werden müssen, um die Infrastruktur auf den neuesten Stand zu bringen.« Diese müssten aber aus dem Cash-Flow von Europcar investiert werden.

Europcar soll als Plattform für Autovermietung, Mitfahrdienste und Carsharing zum führenden Mobilitätsanbieter aufsteigen und damit über das bisherige Mietwagenangebot deutlich hinausgehen. Konkurrenten sind der Autovermieter Sixt und die inzwischen an Stellantis verkauften Mobilitätsdienste der Now-Gruppe.

VW sieht in der Kombination von Autovermietung und anderen Mobilitätsdienstleistungen einen strategischen Vorteil. Viele Beobachter glauben, dass für Autohersteller die Bereitstellung von Mobilitätsdiensten immer wichtiger wird gegenüber dem Verkaufen von Fahrzeugen. Allerdings haben sich Daimler und BMW gerade aus diesem Bereich wieder zurückgezogen.

mamk/Reuters
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