Volkswagen Gute Geschäfte mit dem Bürgermeister

Rolf Schnellecke ist Oberbürgermeister von Wolfsburg und auch millionenschwerer Geschäftspartner von Volkswagen. Wie verträgt sich das?


VW-Produktion: Auch der Wolfsburger OB verdient mit
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VW-Produktion: Auch der Wolfsburger OB verdient mit

Hamburg - Der Wolfsburger Oberbürgermeister Rolf Schnellecke (CDU) tätigt als Privatmann offenbar seit Jahren Millionengeschäfte mit dem Volkswagen-Konzern. Das berichtet das "manager magazin" vorab. Der Autokonzern beauftragte Wirtschaftsprüfer mit der Untersuchung des Falles, nachdem das Hamburger Wirtschaftsmagazin Recherchen über die Geschäftsbeziehungen zwischen VW und dem Wolfsburger Stadtoberhaupt aufgenommen hatte.

So wickele Schnellecke mit seinem Unternehmen zum Beispiel die interne Logistik der VW-Werke Wolfsburg, Mosel, Mexiko und demnächst auch die in der "gläsernen Fabrik" in Dresden ab. Die von Schnellecke im Jahre 1994 von der Treuhandanstalt übernommenen Karosseriewerke Dresden (KWD) pressen zudem Bleche für die Polo- und Passat-Baureihe.

Über das Dresdner Unternehmen ist der Oberbürgermeister, der vor seiner Wahl Anfang des Jahres Oberstadtdirektor der Autostadt war, zudem an einem Joint Venture mit Volkswagen für die Sitzfertigung im polnischen Polkowice beteiligt. VW hatte erst kürzlich verkündet, das Unternehmen werde Teile der Sitzfertigung aus seinem Wolfsburger Stammwerk ausgliedern.

Zunehmend in die Kritik gerät in diesem Zusammenhang VW-Produktionsvorstand Folker Weißgerber, in dessen Verantwortungsbereich ein Großteil der an Schnellecke erteilten Aufträge fällt. Insider bezifferten den Umsatz der Schnellecke-Gruppe (rund 6000 Mitarbeiter) mit VW auf einen "höheren dreistelligen Millionenbetrag". Weder Volkswagen noch Schnellecke hätten sich zu dem Thema äußern wollen, berichtet das "manager magazin".



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