Neuer Volkswagen-Chef Oliver Blume bekennt sich zu E-Fuels

Herbert Diess, der nur noch wenige Tage dem VW-Konzern vorsteht, hält synthetische Kraftstoffe für hoffnungslos ineffizient. Sein Nachfolger sieht das anders.
Synthetikfreund: Oliver Blume

Synthetikfreund: Oliver Blume

Foto: Andreas Gebert / REUTERS

Der künftige Vorstandsvorsitzende des Volkswagenkonzerns, Oliver Blume, hat sich erneut für sogenannte E-Fuels ausgesprochen. Nur mit Elektromobilität seien die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht zu erreichen, sagte er der Fachzeitschrift »Automobilwoche«.

E-Fuels sind synthetische Kraftstoffe für Benzin- oder Dieselmotoren. Sie erzeugen weniger umweltschädliche Abgase als herkömmlicher Treibstoff. Sie stehen allerdings noch nicht für einen großflächigen Markteinsatz zur Verfügung.

E-Fuels seien eine sinnvolle Ergänzung zur Elektromobilität, sagte Blume, der auch Porsche-Chef ist. Auch in Jahrzehnten werde es noch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren geben. Mit synthetischen Kraftstoffen könnten diese Autos einen Beitrag zur schnellen CO₂-Reduktion leisten.

Blumes Vorgänger bei Volkswagen (VW), Herbert Diess, hatte E-Fuels wegen ihrer schlechten Effizienz abgelehnt und den hohen Stromverbrauch bei der Herstellung kritisiert. Kritiker führen gegen synthetische Kraftstoffe an, dass ihre Herstellung extrem viel Energie brauche und sie deswegen sehr teuer und ineffizient seien. Zudem stießen Autos bei der Verbrennung von E-Fuels weiter klimaschädliches CO₂ aus – anders als Elektrofahrzeuge. Ziel der Entwickler ist es, die Produktion so zu gestalten, dass Autos mit E-Fuels dennoch zukünftig unter dem Strich CO₂-neutral fahren.

Vor einigen Wochen gab es Vorwürfe, dass Blume als Porsche-Chef Einfluss auf Finanzminister Christian Lindner (FDP) und den Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition genommen haben soll . In dem Vertrag steht neben dem Vorhaben, ab 2035 in Europa nur noch CO₂-neutrale Fahrzeuge zuzulassen, auch ein Bekenntnis zu E-Fuels. Die FDP und Porsche hatten die Vorwürfe zurückgewiesen.

Einstieg in die Formel 1 – mit E-Fuels?

Seit Monaten werden zudem die VW-Marken Porsche und Audi mit einem Einstieg in die Formel 1 in Verbindung gebracht. Ab 2026 sollen die Rennwagen dort ebenfalls mit synthetischen Kraftstoffen unterwegs sein.

Vor rund einem Monat hatte Volkswagen mitgeteilt, dass Herbert Diess die Konzernspitze zum 1. September verlässt. Seine Elektrostrategie ist firmenintern umstritten.

Anmerkung der Redaktion: In dem Text wurde ein Hinweis nachträglich ergänzt, dass E-Fuels zukünftig unterm Strich CO₂-neutral sein sollen.

mamk/dpa
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