Nach Protestwelle Volkswagen zieht rassistischen Werbespot zurück

Ein Werbespot von Volkswagen voller rassistischer Anspielungen hat im Internet einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der Konzern löscht den Clip - und verspricht Aufklärung.
VW Golf: umstrittener Werbespot

VW Golf: umstrittener Werbespot

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP

Der Volkswagen-Konzern hat Ärger mit einem Werbespot. Das Filmchen enthält Anspielungen auf die Kolonialgeschichte und macht einen Schwarzen zur Figur, die eine überdimensionale weiße Hand umherschnipst. Dann erscheint der Schriftzug "Der neue Golf” – allerdings werden die Buchstaben so eingeblendet, das für einen Augenblick das Wort N,E,G,E und R zu sehen ist.

"Volkswagen schaltet auf Insta rassistische Werbung, und ich frage mich, wie man innerhalb von 10 Sekunden einfach ALLES falsch machen kann", schreibt eine Userin auf Twitter. "Was für eine widerliche Werbung - Ich schäm mich grad bissel, dass wir nen VW fahren . . .", lautet eine der Antworten.

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So viel wie bisher bekannt ist, ist der Clip wohl Teil einer ganzen Reihe, in der ein Pärchen sich gegenseitig Streiche spielt. Die Produzenten hätten auch den aktuellen Trend in Instagram-Filmen aufgenommen, eine große Hand im Bild zu zeigen, die Gegenstände im Film wie Spielzeug behandelt. Dass hier ein Mensch Gegenstand des "Behandelns" ist – noch dazu einer mit dunklerer Hautfarbe -, schien keine große Rolle zu spielen.

Schon kurz nach der Veröffentlichung auf Instagram hat der Clip einen Sturm der Empörung ausgelöst, VW hat die Werbung inzwischen gelöscht und sich in einem weiteren Instagram-Post entschuldigt. "Wie ihr euch vorstellen könnt, sind wir überrascht und schockiert, dass unsere Instagram Story derart missverstanden werden kann”, heißt es darin unter anderem.

Ähnlich äußert sich auch ein Sprecher gegenüber dem SPIEGEL: "Volkswagen positioniert sich klar gegen jede Form von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung", schon vor dem Hintergrund seiner eigenen Unternehmensgeschichte. "Viele Initiativen im Unternehmen und in unserer weltweiten Belegschaft fördern Vielfalt, Integration und eine vorurteilsfreie Zusammenarbeit. Umso ärgerlicher ist, dass uns dieser Fehler unterlaufen ist." Man werde lückenlos aufklären, vor welchem Hintergrund der Film entstanden sei.

Im vergangenen Jahr sorgte ein Werbespot des Autoherstellers mit Geschlechterstereotypen für Aufregung. Die britische Werbeaufsicht verbot deshalb, den Film auszustrahlen. "Wir können alles erreichen" so die Aussage des Films damals - gezeigt wurden aber vor allem Männer im Weltall oder im eGolf. Der fuhr an einer Frau im Kinderwagen vorbei.

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