Oliver Schmidt Verurteilter VW-Manager hofft auf Gefangenenaustausch

Sieben Jahre soll der VW-Manager Oliver Schmidt wegen des Abgasskandals in einem US-Gefängnis sitzen. Doch der Verurteilte hofft auf eine Überstellung nach Deutschland - womöglich im Austausch mit einem US-Häftling.
Oliver Schmidt (Archivbild)

Oliver Schmidt (Archivbild)

Foto: Volkswagen

Lange Haftstrafe, hohe Geldstrafe - vor wenigen Tagen musste Oliver Schmidt den strengen Richterspruch eines US-Gerichts über sich ergehen lassen. Nun überlegen seine Anwälte, ob sie das Urteil anfechten. "Wir prüfen, ob wir Rechtsmittel einlegen", sagte sein Berliner Anwalt Alexander Sättele der "Welt am Sonntag".

Ein rechtskräftiges Urteil ist demnach Voraussetzung dafür, dass Schmidt einen Antrag auf Verbüßung seiner Strafe in einem deutschen Gefängnis stellen kann. Der "Bild am Sonntag" ("BamS") zufolge laufen aktuell Bemühungen, die auch die Möglichkeit eines Gefangenenaustauschs beinhalten.

Schmidt war am vergangenen Donnerstag in Detroit zu sieben Jahren Haft und einer Geldstrafe in Höhe von 400.000 Euro verurteilt worden. Zudem muss Schmidt laut "BamS" 95 Dollar pro Tag für den Haftaufenthalt bezahlen.

Der VW-Manager hatte gestanden, die Existenz einer Betrugssoftware gegenüber US-Behörden verschwiegen und falsche Unterlagen weitergeleitet zu haben. Der 48-Jährige befindet sich seit Anfang Januar in Haft. Er war während eines Urlaubs im US-Bundesstaat Florida festgenommen worden. Seine bisherige Haftzeit wird ihm den Gerichtsangaben zufolge auf seine Strafe angerechnet.Eine Analyse zur Verurteilung von Oliver Schmidt lesen Sie hier.

Die harte Strafe für den VW-Manager sei "keine Überraschung" gewesen, sagte sein Anwalt Sättele weiter. Er glaube nicht, dass Schmidt beim Gericht einen VW-Malus gehabt habe. "Das Strafniveau ist einfach höher."

Schmidt muss neben der Strafe in den USA damit rechnen, seinen Job bei Volkswagen zu verlieren. Der Konzern in Wolfsburg begründet dies mit den Compliance-Regeln.

Der Dieselskandal war vor gut zwei Jahren in den USA aufgeflogen. VW gab daraufhin zu, Abgaswerte mit einer illegalen Abschalteinrichtung manipuliert zu haben. Volkswagen bekannte sich nach langen Verhandlungen schuldig und akzeptierte eine milliardenschwere Wiedergutmachung an Kunden und Behörden sowie eine Strafzahlung. Insgesamt kostete der Betrug den Wolfsburger Konzern bisher mehr als 25 Milliarden Euro.

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