Volkswagen Wulff lehnt Rückzug aus dem VW-Aufsichtsrat ab

Die SPD in Niedersachsen verlangt, Ministerpräsident Wulff solle sich aus dem VW-Aufsichtsrat zurückziehen, weil er sich in dem Gremium "unprofessionell" verhalte. Die Staatskanzlei in Hannover hat heute diese Forderung zurückgewiesen.


Hannover - Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) bleibt Mitglied des VW-Aufsichtsrates. Die Staatskanzlei in Hannover wies heute die Forderung der SPD-Landtagsfraktion nach einem Ausscheiden von Wulff aus dem Gremium zurück.

Ministerpräsident Wulff: Dem Gemeinwohl und dem Wohl von VW verpflichtet
DPA

Ministerpräsident Wulff: Dem Gemeinwohl und dem Wohl von VW verpflichtet

Der Ministerpräsident sei auf ausdrücklichen Wunsch des Betriebsrates in den Aufsichtsrat gegangen, um sich für das Land in besonderer Weise zu VW zu bekennen, erklärte ein Regierungssprecher. Wulff und Landeswirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) seien dem Gemein- und Unternehmenswohl verpflichtet, während andere Aufsichtsräte auch Einzel-, Gruppen- oder Firmeninteressen verträten.

Der niedersächsische SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner hatte zuvor den Rückzug von Wulff aus dem Kontrollgremium verlangt. Die Interessen des Landes drohten "unter die Räder zu kommen", weil sich der Ministerpräsident unprofessionell verhalte, sagte Jüttner der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Wulff habe sich bei VW gegenüber Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite gleichermaßen vollständig isoliert.

Anlass für Jüttners Vorstoß war Wulffs erneute Forderung vom Wochenende, dass sich VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch 2007 von diesem Amt zurückziehen solle. Wulff sprach sich indirekt auch gegen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking als obersten VW-Aufseher aus.

Jüttner kritisiert vor allem den Zeitpunkt der Äußerungen. Während Wulff ein Ende der Personaldebatten fordere, fache er sie selbst immer wieder neu an. Wulffs Konflikt mit Piëch sei offenbar persönlich motiviert. So könne der Konzern nicht in ruhigeres Fahrwasser kommen. Der SPD-Politiker ließ offen, wer das Land anstelle des Ministerpräsidenten bei VW vertreten sollte.

kaz/AP/ddp



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