Vorstandsbezüge Adidas-Chef erhöht Salär um 89 Prozent

Die Vorstände der 30 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland haben 2004 acht Prozent mehr Gehalt bekommen. Besonders der Sportartikel-Hersteller Adidas hat die Vergütung kräftig aufgestockt. Am meisten verdienen immer noch die Chefs der Deutschen Bank.


Adidas-Sportschuhe: Vorstand kassiert 89 Prozent mehr Gehalt
DDP

Adidas-Sportschuhe: Vorstand kassiert 89 Prozent mehr Gehalt

Frankfurt am Main - Der Durchschnittsverdienst eines Dax-Vorstands sei 2004 auf 1,6 Millionen Euro von 1,5 Millionen Euro im Vorjahr gestiegen, teilte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) mit. Die größten Gehaltssprünge nach oben verzeichnete die Chefetage von Adidas Chart zeigen mit einem Plus von 89 Prozent inklusive eines in die Barvergütung eingerechneten Aktienoptionsplans. Auf dem zweiten Platz liegt der Industriekonzern ThyssenKrupp Chart zeigen mit einem Zuwachs von 60 Prozent.

Das größte Minus mit einem Abschlag von 25 Prozent mussten dagegen die Vorstände von E.ON Chart zeigen hinnehmen, gefolgt von der Deutschen Bank Chart zeigen, die ihren Vorständen durchschnittlich 18 Prozent weniger zahlte als im Vorjahr.

Die Chefetage von Deutschlands größter Bank bleibt dennoch mit einem Durchschnittsgehalt von 3,035 Millionen Euro pro Vorstand mit Abstand Spitzenverdiener im Dax Chart zeigen. Vorstandschef Josef Ackermann kam nach Berechnungen des manager magazins für das Jahr 2004 auf Bezüge von 6,1 Millionen Euro, inklusive Optionen auf 10,08 Millionen Euro.

Schlusslicht auf der Gehaltsskala blieb 2004 trotz einer Einkommenssteigerung um über 30 Prozent die Lufthansa Chart zeigen mit einem durchschnittlichen Vorstandsgehalt von 0,85 Millionen Euro.

Nach Angaben der DSW haben im vergangenen Jahr mehr als doppelt so viele Gesellschaften wie 2003, nämlich 18, ihre Vorstandsvergütungen individuell offen gelegt. Neun Unternehmen blieben beim Ausweis der Gesamtsumme, HypoVereinsbank Chart zeigen, MAN und Tui Chart zeigen weisen lediglich das Gehalt ihres Vorstandsvorsitzenden individuell aus.

Von den seit August geltenden neuen gesetzlichen Regelungen zur Gehaltsveröffentlichung erwartet sich die DSW eine weitere Steigerung der Transparenz. Allerdings müssten die Anleger noch bis zum Jahr 2007 warten, bis alle Unternehmen zur kompletten Veröffentlichung gezwungen seien.



insgesamt 1466 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
DK81, 12.04.2005
1.
Wenn man schon eine Mindestlohndebatte führt, wäre da nicht eine Maximallohndebatte auch eine Idee? Immerhin kann man einfach nicht davon ausgehen, dass ein Mensch an einem Tag soviel arbeiten kann, wie andere in einem ganzen Jahr.
vileda, 12.04.2005
2.
---Zitat von DK81--- Immerhin kann man einfach nicht davon ausgehen, dass ein Mensch an einem Tag soviel arbeiten kann, wie andere in einem ganzen Jahr. ---Zitatende--- Einerseits ist das ja richtig. Andererseits ist es das gute Recht z.B. eines Schauspielers, eine Millionengage zu beanspruchen, wenn davon auszugehen ist, dass mit ihm in der Hauptrolle der Produzent einen 2-3 stelligen Millionengewinn erzielt. Ein schlechter bezahlter Schauspieler an einer Theaterbühne steht dabei dem persönlichen Aufwand in nichts nach. Auch wenn das ungerecht erscheint, es regiert aber Angebot und Nachfrage. Hier kommt allerdings das Problem. Viele hochbezahlte Manager spielen diese Gewinne überhaupt nicht ein, die ihr Gehalt rechtfertigen sollen. Sie bilden letztendlich eine unternehmensübergreifende Gemeinschaft, die ihre Nachfrage selber gegenüber den Aktionären festgelegt hat. Es wundert schon, dass eine Carly Fiorina als Weltbankpräsidentin ins Gespräch kam, ein Klaus Esser als Telekom-Chef Nachfolger und ein Bernd Pischetsrieder nach der Roverpleite von VW übernommen wurde und dort Vorstands-Chef wurde, obwohl er dort auch noch eine Pleite bei der Tochter Seat hingelegt hatte. Wenn jemand Millionen wert ist, dann soll er sie auch verdienen. Eine Kaste, deren Angehörige sich tagtäglich ihren Wert gegenseitig attestieren und Erfolge schuldig bleibt, verdient sie nicht.
Karl Sulzer, 12.04.2005
3. Geldwert - Was dürfen Top-Manager kosten?
Vileda. Wenn jemand Millionen wert ist, dann soll er sie auch verdienen. Eine Kaste, deren Angehörige sich tagtäglich ihren Wert gegenseitig attestieren und Erfolge schuldig bleibt, verdient sie nicht.[/QUOTE] Vollkommen richtig! Aber wie bzw. wer kann diesen Finanzkannibalen Einhalt gebieten? Schwierig, schwierig! Diese "Herren" sind eine schändliche Beleidigung für jeden Kapitalisten (Bsp. Wolfgang Grupp). Ihr Handeln hat mit Kapitalismus soviel zu tun wie Hexenverbrennungen mit christlichem Glauben. Wie lange muss das Gemeinwesen diese ekelerregenden Gestalten noch ertragen? Hat nicht Professor Arnulf Baring geschrieben, dass wir auf die Barrikaden müssten? Aber wer soll denn diese errichten? Etwa polnische Spargelstecher, weil diese schwere "Arbeit" einem Deutschen nicht zugemutet werden kann? Den Finanzkannibalen brauchen sich nicht zu fürchten, Dahindämmernde machen keine Revolutionen.
Rainer Dressler, 12.04.2005
4.
---Zitat von DK81--- Wenn man schon eine Mindestlohndebatte führt, wäre da nicht eine Maximallohndebatte auch eine Idee? Immerhin kann man einfach nicht davon ausgehen, dass ein Mensch an einem Tag soviel arbeiten kann, wie andere in einem ganzen Jahr. ---Zitatende--- ...in mehreren Jahren - nur als Ergänzung. :-)
klaus meucht, 15.04.2005
5.
---Zitat von DK81--- Wenn man schon eine Mindestlohndebatte führt, wäre da nicht eine Maximallohndebatte auch eine Idee? Immerhin kann man einfach nicht davon ausgehen, dass ein Mensch an einem Tag soviel arbeiten kann, wie andere in einem ganzen Jahr. ---Zitatende--- Wie wäre es an Lohn Managers an den Löhnen der Mitarbeiter zu koppeln? Wenn die Mitarbeiter gut verdienen, dann habe ich auch kein Problem dass die Manager gut verdienen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.