Vorverlegung der Steuerreform HWWA-Chef glaubt an zusätzliche Arbeitsplätze

Einem Vorziehen der dritten Stufe der Steuerreform trauen Experten offenbar Wunderdinge zu. Nach Angaben des Wirtschaftsforschungsinstituts HWWA Deutschland würde die Maßnahme ein zusätzliches Wirtschaftswachstum in Höhe von 0,5 Prozent bringen.


Erwartet Wachstumsimpulse durch die Steuerreform: HWWA-Präsident Straubhaar
DDP

Erwartet Wachstumsimpulse durch die Steuerreform: HWWA-Präsident Straubhaar

Berlin - Dies habe eine Simulationsrechnung seines Instituts ergeben, sagte der HWWA-Präsident Thomas Straubhaar der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Würden die Steuern nicht gesenkt, werde die deutsche Wirtschaft 2004 allenfalls um 1,4 Prozent wachsen, zitiert das Blatt Straubhaar weiter.

Damit würde sich die Steuersenkung auch unmittelbar auf den Arbeitsmarkt auswirken, denn bei einem Wachstum oberhalb von 1,4 Prozent würden wieder zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, sagte Straubhaar. Steuersenkungen seien aber nur dann sinnvoll, wenn zugleich Subventionen abgebaut und die Sozialsysteme reformiert würden.

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) hatte am Freitag erklärt, er sei unter bestimmten Bedingungen bereit, über einem Vorziehen der geplanten Steuerentlastungen zu reden und würde dafür kurzzeitig auch ein höheres Staatsdefizit in Kauf nehmen. Bedingung sei aber, dass für 2004 ein verfassungsgemäßer Bundeshaushalt vorgelegt werden könne und Subventionen sowie Steuervergünstigungen deutlich verringert würden. Ein Vorziehen der dritten Steuerreformstufe mit einem Entlastungsvolumen von gut 18 Milliarden Euro würde den Spitzensteuersatz ab 2004 auf 42 von derzeit 48,5 Prozent und den Eingangssteuersatz auf 15 Prozent von 19,9 Prozent absenken.



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