Vorwurf von Verbraucherschützern Gasanbieter setzen Kunden unter Druck

Die Gasversorger üben nach Angaben von Verbraucherschützern teilweise massiven Druck auf Kunden aus, die Preiserhöhungen nicht zahlen wollen. Dabei schreckten die Konzerne auch vor bewusster Falschinformation nicht zurück.


Stuttgart - "Uns liegen Fälle vor, in denen protestierende Kunden systematisch eingeschüchtert werden - offensichtlich um zu verhindern, dass sie ihr Recht auf angemessene Preisfestsetzung wahrnehmen", erklärte der Energieexperte Alf Hänle von der baden-württembergischen Verbraucherzentrale. Eine Prüfung der Schreiben von Gasversorgern an aufmüpfige Kunden habe gezeigt, dass die Unternehmen falsch über die Rechtslage und die wirtschaftlichen Zusammenhänge informierten. Manche Unternehmen drohten gar mit einer Sperre der Gasversorgung, was rechtswidrig sei.

Steigende Gaspreise: "Kunden werden systematisch eingeschüchtert"
DPA

Steigende Gaspreise: "Kunden werden systematisch eingeschüchtert"

Gasversorger unterstellten auch Vertragsbruch durch den Kunden. Oder sie erklärten fälschlicherweise, den Kunden bleibe rechtlich nur die Möglichkeit, unter Vorbehalt zu zahlen und das Geld später auf dem Klageweg zurückzufordern.

Der Bundesgerichtshof und andere Gerichte in Deutschland hätten klar gestellt, dass die einseitige Preisgestaltung der Gasversorger der Billigkeitskontrolle nach Paragraf 315 BGB unterliege, hieß es weiter. Viele Kunden berufen sich auf diese Regelung, wenn sie sich weigern die erhöhten Kosten zu zahlen.

Betroffene, die unrechtmäßig unter Druck gesetzt werden, sollten die entsprechenden Schreiben ihres Gasversorgers an die Verbraucherzentrale weiterleiten.



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