Votum gegen Konjunkturpaket DIW-Chef hofft auf reinigende Wirkung des Abschwungs

Ökonomen zweifeln, ob sich die einbrechende Konjunktur mit Finanzspritzen wiederbeleben lässt. Jetzt fasst DIW-Chef Zimmermann die Perspektive der Skeptiker noch einmal zugespitzt zusammen: Für ihn hat die Krise sogar etwas Positives.


Berlin - Zimmermann warnte davor, die Rezessionsphase immer nur negativ zu betrachten. "Ein Abschwung wirkt in gewisser Weise reinigend, nur gesunde Unternehmen überleben." Insgesamt werde es auch "nicht so dramatisch, wie viele befürchten", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung dem Berliner "Tagesspiegel".

DIW-Chef Zimmermann: "Nicht so dramatisch, wie viele befürchten"
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DIW-Chef Zimmermann: "Nicht so dramatisch, wie viele befürchten"

So werde der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im neuen Jahr voraussichtlich weniger als drei Prozent betragen. Ab Mitte 2009 werde es wieder bergauf gehen, und 2010 werde sich die Besserung festigen. Allerdings werde es bis dahin "einige Hunderttausend Arbeitslose mehr" geben.

Es sei allerdings ein Irrglaube, dass der Staat sich kurzfristig gegen den Abschwung stemmen könne, betonte Zimmermann noch einmal. Die Rezession beschleunige überfällige Reformen und führe dazu, dass sich ganze Branchen besser aufstellten.

"Wer jetzt mit Milliarden um sich wirft, riskiert, dass langfristig das Geld für Infrastruktur, Bildung und Forschung noch knapper wird und die Staatsverschuldung private Investitionen verdrängt", sagte der DIW-Chef. Besser seien "langfristig wirksame, vertrauensbildende Maßnahmen".

Für dauerhafte Steuersenkungen fehle aber der Spielraum im Haushalt und gegen Investitionsprogramme spreche, dass es an baureifen Projekten mangele. Das Sammelsurium der Vorschläge zeige, dass die Politiker die Krise entweder nicht verstünden oder sie bereits für den Wahlkampf instrumentalisierten.

mik/ddp



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