VW-Aufsichtsrat US-Investor macht Front gegen Piëch

Viele Freunde hat Ferdinand Piëch nicht mehr unter den Großaktionären des VW-Konzerns. Die US-Fondsgesellschaft Tweedy Browne macht jetzt sogar öffentlich Front gegen den Aufsichtsratschef. Sie droht damit, Investitionen in ganz Deutschland zurückzufahren, wenn Piëch nicht aufgibt.


London - Zusammen mit anderen Aktionären setze sich Tweedy Browne für den Rücktritt von Aufsichtsratschef Piëch ein, sagte einer der fünf geschäftsführenden Direktoren, William Browne, in einem Gespräch mit der "Financial Times". Der Fondsverwalter hält rund ein Prozent an Volkswagen.

VW-Aufsichtsratschef Piëch: Zahl der Gegner wächst
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Die Gesellschaft werde ihre Investitionen in Deutschland möglicherweise zurückfahren oder ganz streichen, sagte Browne weiter. Die Situation bei Volkswagen sei unerträglich. Sie werfe die Frage auf, ob man überhaupt in Deutschland investieren sollte.

Browne gehört seit dem Einstieg des Sportwagenherstellers Porsche bei Volkswagen zu den Gegnern Piëchs. Die jüngste Kritik einiger Aktionäre hatte sich an dem Beschluss des Aufsichtsrates entzündet, den früheren Audi-Personalchef und Gewerkschaftsfavoriten Horst Neumann zum neuen Arbeitsdirektor zu bestellen.

Tweedy Browne verwaltet laut "FT" insgesamt 13 Milliarden Dollar und ist mit rund 700 Millionen Dollar in neun deutschen Unternehmen engagiert. Die Gesellschaft will bei der VW-Hauptversammlung im Mai 2006 auch gegen den Eintritt von Porsche-Vertretern in den VW-Aufsichtsrat stimmen.



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