VW Horst Neumann wird Hartz-Nachfolger

Volkswagen hat einen Nachfolger für Ex-Personalvorstand Peter Hartz gefunden. Zum neuen Arbeitsdirektor wurde der Audi-Personalmanager Horst Neumann ernannt.


Wolfsburg - Der Aufsichtsrat habe Neumann zum ersten Dezember zum Mitglied des Vorstands für das Ressort Personal bestellt, teilte der Konzern mit. Der Vertrag laufe über fünf Jahre. Der bisherige VW-Personalvorstand Peter Hartz war im Zuge der VW-Affäre zurückgetreten. Derzeit führt Konzernchef Bernd Pischetsrieder das Amt kommissarisch. Neumann ist derzeit Mitglied des Vorstands der Audi AG, verantwortlich für den Geschäftsbereich Personal- und Sozialwesen.

Hartz-Nachfolger Neumann: Ab erstem Dezember im Amt

Hartz-Nachfolger Neumann: Ab erstem Dezember im Amt

Die VW-Affäre stand heute im Mittelpunkt der Aufsichtsratssitzung. Der mit Spannung erwartete Bericht der Wirtschaftsprüfer der KPMG sollte vorgelegt werden, der ein genaueres Licht auf den Skandal um Schmiergelder und Lustreisen für Betriebsratsmitglieder werfen sollte. 18 Ermittler der Gesellschaft hatten seit Anfang Juli an der Aufklärung der Vorgänge gearbeitet.

Das Ausmaß des Schadens, der VW entstanden ist, solle sich laut KPMG-Gutachten auf einen einstelligen Millionenbetrag belaufen, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" im Vorfeld der Sitzung. Beobachter waren bisher von höheren Beträgen ausgegangen.

Gegen Peter Hartz ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft Braunschweig. Hartz soll Medienberichten zufolge Begünstigungen von Betriebsräten persönlich angeordnet haben. Zudem hat er nach Aussagen des ehemaligen VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer das System der Begünstigung jahrelang selbst genutzt. Nach SPIEGEL-Informationen haben zwei Prostituierte diesen Vorwurf bestätigt. Insgesamt wird in der Affäre derzeit gegen zehn Verdächtige ermittelt, zu denen neben Gebauer und Hartz auch Ex-Skoda-Manager Helmuth Schuster gehört.

Eigentlich war heute allerdings eine ganz andere Personalie nach dem VW-Aufsichtsrats-Treffen erwartet worden. Im Vorfeld hatten Gerüchte die Runde gemacht, wonach VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech nach der Sitzung des Kontrollgremiums seinen Rücktritt bekannt geben werde. Kritiker wie etwa der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hatten Piech aufgefordert, seinen Posten wegen seiner Doppelrolle als VW-Aufsichtsrat und Porsche-Großaktionär aufzugeben.



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