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Affären VW sucht Einigung mit GM

aus DER SPIEGEL 48/1996

Klaus Liesen, Aufsichtsratsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns, bemüht sich im Fall López um Schadensbegrenzung. In geheimen Gesprächen mit John Smale, dem Chef des Verwaltungsratspräsidiums von General Motors (GM) in Detroit, sondiert Liesen die Chancen für einen Vergleich. Nachdem der López-Verteidiger bekanntgab, daß die Staatsanwaltschaft Darmstadt noch in diesem Jahr Anklage gegen den Einkaufs- und Produktionsvorstand erheben werde, fürchten die VW-Aufsichtsräte weltweit schweren Imageschaden. Im zusätzlich drohenden Schwurgerichtsprozeß in den USA könnte der Wolfsburger Konzern außerdem zu milliardenschweren Schadensersatzzahlungen verurteilt werden. Liesen hofft, noch vor Beginn der Prozesse in Deutschland und in den USA zu einer friedlichen Einigung mit GM zu gelangen. Er glaubt, daß der amerikanische GM-Manager die Affäre López weniger streng beurteilt als das europäische GM- und Opel-Management und eher zu einem außergerichtlichen Vergleich bereit ist. Liesen könnte Smale mit der Zusage locken, daß López demnächst von seinen VW-Posten zurücktreten müsse. Ein leichtes Zugeständnis: Der Spanier ist wohl ohnehin kaum noch zu halten. Volkswagen-Aufsichtsräte fordern die Trennung von López.

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