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Autoindustrie VW- und Audi-Händlerverband prognostiziert Preissturz bei den Gebrauchtwagen

aus DER SPIEGEL 9/2022

Der jüngste Höhenflug bei den Gebrauchtwagenpreisen dürfte schon bald abreißen. Anfang des dritten Quartals werde »das Geschäft brutal kippen«, prognostiziert Dirk Weddigen von Knapp, Präsident des Volkswagen und Audi Partnerverbands e. V, eines führenden Händler­verbunds. Aktuell sorgt eine Knappheit an Mikrochips dafür, dass zu wenig Neuwagen produziert werden. Entsprechend sind die Gebrauchtwagenpreise stark gestiegen. Weddigen von Knapp spricht von einer »perversen Preissituation«, Käufer zahlten für einen VW-Jahreswagen derzeit fast den Neupreis. Dennoch klagen Händler über Einbußen, weil sie weniger Ware verkaufen können. Der Händlerpräsident erwartet jedoch, dass sich der Chipmarkt schon in wenigen Monaten entspannt. Dann würden die Preise für Gebrauchtfahrzeuge »massiv einbrechen«. Für die Händler werde die Lage weiter an­gespannt bleiben: Ihr Insolvenzrisiko werde sich durch den Preissturz »stark erhöhen«. Umso wichtiger sei es für die Autohäuser, ihr Kerngeschäft nicht auch noch an die Hersteller zu verlieren. Die versuchten derzeit, den Händlern den Verkauf von Gebrauchtwagen streitig zu machen. Die VW-Tochter Financial Services etwa wolle die Rückläufer aus Auto-Abo und -Leasing künftig lieber selbst möglichst teuer verkaufen. »Dabei ist uns der Gebrauchtwagenhandel vertraglich zugesichert«, kritisiert Weddigen von Knapp. VW sagt, man sei und bleibe »starker Partner des Handels« und halte sich an Verträge. Händler erhielten »für eine bestimmte Zeit das exklu­sive Ankaufsrecht« für Leasingrückläufer »zum Festpreis«.

SH
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