Wachstumshemmnis Stahl so teuer wie seit 1989 nicht mehr

Während sich die Öffentlichkeit auf den Ölpreis konzentriert, haben auch die Preise für Stahl kräftig zugelegt: auf den höchsten Stand in 15 Jahren. Das belastet auch Autoindustrie und Bauwirtschaft.


Stahlwerk in Mianyang in der Provinz Sichuan: Die steigende Nachfrage in China treibt die Stahlpreise in die Höhe
AP

Stahlwerk in Mianyang in der Provinz Sichuan: Die steigende Nachfrage in China treibt die Stahlpreise in die Höhe

Wiesbaden - Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verteuerte sich Walzstahl innerhalb der vergangenen vier Monate durchschnittlich um 16,5 Prozent. Besonders dramatisch fiel die Preissteigerung mit 86,4 Prozent bei Betonstahl aus. Formstahl verteuerte sich in dem Zeitraum um 22,6 Prozent.

Ursache für die Preissteigerung ist nach Angaben der Statistiker die stark angestiegene Nachfrage auf dem Weltmark. Vor allem der weiter steigende Stahlbedarf der boomenden chinesischen Wirtschaft mache sich bemerkbar. In diesem Jahr wird der Stahlverbrauch in China Schätzungen zufolge gegenüber 2003 um knapp 13 Prozent zulegen und höher sein als in der Europäischen Union und den USA zusammen. Auch in den USA steige der Stahlbedarf. Der beginnende Wirtschaftsaufschwung führe hier zu einer Aufstockung der Lagerbestände.

Deutlich gestiegen sind auch die Weltmarktpreise für die wichtigsten Rohstoffe, die für die Stahlerzeugung benötigt werden. Besonders betroffen ist hiervon die deutsche Wirtschaft, die stark von Rohstoff-Importen abhängig ist. Die Einfuhrpreise für Steinkohle lagen im April 40,4 Prozent über den Werten im Vorjahr. Eisenerz verteuerte sich im selben Zeitraum um 16,8 Prozent. Auch die Preise für Eisen- und Stahlschrott legten mit einem Plus von 31,9 Prozent deutlich zu.

Die drastische Verteuerung trifft vor allem die Wirtschaftszweige, in denen Stahlerzeugnisse ein bedeutender Kostenfaktor sind. Das Statistische Bundesamt rechnet daher mit steigenden Preisen in der Metallindustrie, im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie im Baugewerbe.



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