Wackelige Großbank Société Générale dementiert Übernahmepläne

Sie will unabhängig bleiben und Geld spielt keine Rolle: Die von einem milliardenschweren Handelsskandal erschütterte Société Générale denkt angeblich nicht über eine freundliche Übernahme durch eine andere Bank nach.


Paris - "Das Kapital ist da", sagte der Chef der Société Générale, Daniel Bouton, gestern dem TV-Sender France 2 und dementierte damit die Gerüchte, die Bank denke über Angebote einer freundlichen Übernahme nach. Schon zuvor hatte ein Banksprecher entsprechende Meldungen zurückgewiesen. "Diese Gerüchte gehen jetzt schon seit zwölf Jahren um", sagte Bouton weiter.

Bank-Chef Bouton: "Ich bin ein Mann der Pflicht"
AFP

Bank-Chef Bouton: "Ich bin ein Mann der Pflicht"

Gestern Abend hatte eine Nachrichtenagentur ein nicht namentlich genanntes Mitglied des Verwaltungsrates zitiert. Demzufolge habe Bankchef Bouton dem Gremium gesagt, im Falle eines freundlichen Angebots werde dies untersucht. Der Aktienkurs hatte in Reaktion auf die Nachricht um mehr als fünf Prozent auf zeitweise 82,40 Euro weiter angezogen. Als mögliche Käufer sind die BNP Paribas Chart zeigen und die britischen Bankhäuser HSBC Holdings Chart zeigen und Barclays Chart zeigen im Gespräch.

Die französische Regierung hat angekündigt, das Bankhaus vor einer feindlichen Übernahme schützen zu wollen. Auf die Frage, ob SocGen ein Übernahmeziel ist, ergänzte der Bankenchef: "Die starke Entschlossenheit unserer Kunden, die starke Zielstrebigkeit unserer Mitarbeiter bietet eine Antwort."

Bouton bekräftigte außerdem seinen Wunsch, trotz der Krise im Amt bleiben zu wollen. Sein Rücktrittsgesuch sei vom Aufsichtsrat abgelehnt worden. "Ich bin ein Mann der Pflicht." Ich springe nicht über Bord, wenn der Aufsichtsrat mich bittet, zu bleiben, um meine Pflicht zu erfüllen", fügte er hinzu. Die Société Générale Chart zeigen steht derzeit in der Öffentlichkeit unter Druck, nachdem die Bank bekannt gegeben hatte, dass ein Händler sie durch milliardenschwere Zockereien an der Börse um fast fünf Milliarden Euro gebracht haben soll.

sam/Reuters/dpa-AFX



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