Währung Euro fällt unter 93 US-Cent

Die europäische Gemeinschaftswährung hat mit 0,924 Dollar ein neues Allzeittief erreicht. Am Devisenmarkt schlägt dem Euro eine negative Grundstimmung entgegen.


Frankfurt am Main - "Warum soll man den Euro noch kaufen, wenn er sowieso immer weiter runtergeht", sagte ein Münchner Händler. Auch die Erwartung der meisten Marktteilnehmer, die Europäische Zentralbank (EZB) werde bei ihrer nächsten Ratssitzung am kommenden Donnerstag die Leitzinsen möglicherweise um 25 Basispunkte auf dann 3,75 Prozent erhöhen, konnte dem Euro bislang keine Verschnaufpause verschaffen.

Der Dollar verteuerte sich am Dienstag erstmals in der Geschichte des Euro auf 2,11 Mark und war damit so teuer wie seit 14 Jahren nicht mehr. Händler von Banken in der Euro-Zone machten das Unterschreiten der psychologisch wichtigen Marke von 0,9350 Dollar für den weiteren Kursverlust verantwortlich. "Um diese Marke herum hatten viele Marktteilnehmer Stop-Loss-Orders gesetzt", sagte ein Händler. Dies bedeutet automatische Verkäufe von Euro-Beständen, die wiederum auf den Kurs drücken. Trotz einer an sich guten Ausgangsposition durch den Kursverlust an der US-Technologiebörse Nasdaq von 4,4 Prozent am Montag, hatte der Euro nicht dauerhaft die Marke von 0,9450 Dollar überschreiten können und war zunächst wieder auf Kurse um 0,9380 Dollar abgesackt. Am Abend rutschte der Kurs dann weit unter die 93 US-Cent-Marke.

Bereits am Morgen warnten Marktteilnehmer, der Euro könne im Tagesverlauf neue Tiefs markieren. "Warum es gerade jetzt passiert ist kann niemand sagen. Der Handel verläuft eigentlich ganz ruhig", sagte ein Händler.



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