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Auch wegen staatlicher Förderung Wärmepumpen laut Studie langfristig günstiger als Gasheizungen

Egal, wie hoch die staatliche Förderung am Ende ausfällt: Der Einbau einer Wärmepumpe lohnt sich im Vergleich zur Gastherme in jedem Fall, wie eine Untersuchung ergab – vorausgesetzt, die Energiepreise steigen weiter.
Heizungsraum mit mehreren Wärmepumpen

Heizungsraum mit mehreren Wärmepumpen

Foto: Patrick Pleul / dpa

Wärmepumpen sind über die Dauer ihrer Nutzung insgesamt günstiger als fossile Gasheizungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Prognos AG im Auftrag des Umweltverbands WWF. Grund ist die geplante staatliche Förderung, die selbst bei der niedrigsten Stufe am Ende vorteilhaft sein soll.

»Wer heute klimafreundlich handelt, handelt auch wirtschaftlich vernünftig«, sagte Viviane Raddatz, Leiterin des Bereichs Klimapolitik beim WWF. Berechnet wurden demnach für ein energetisch relativ ungünstiges Haus der Energieeffizienzklasse F die Kosten einer neuen Luft-Wasser-Wärmepumpe mit den angedachten drei Förderkategorien Grundförderung (30 Prozent), Grundförderung plus Geschwindigkeitsbonus (50 Prozent) sowie zusätzlichem Einkommensbonus (70 Prozent). Verglichen wurde dies mit den Kosten einer neuen Gasheizung. In allen Berechnungen habe sich die Wärmepumpe als die langfristig günstigere Option erwiesen.

Bis zu 1100 Euro Ersparnis

Allein die Grundförderung mache die Wärmepumpe bereits wettbewerbsfähiger als eine Gasheizung, heißt es in der Studie. Durch Grund- und Geschwindigkeitsbonus ließen sich rund 400 Euro im Jahr im Vergleich zu einer Gasheizung einsparen, in Kombination mit einer Solaranlage sogar rund 780 Euro. Mit dem zusätzlichen Einkommensbonus würde die jährliche Ersparnis zwischen 750 und 1100 Euro betragen.

Für die Berechnung wurden förderfähige Investitionskosten für die Wärmepumpe von 22.000 Euro plus 6000 Euro weitere Kosten angenommen, etwa für den Austausch von Heizkörpern. Für einen neuen Gaskessel wurden einschließlich notwendiger Nebenarbeiten Kosten von 11.000 Euro angenommen. Für die Nutzungsdauer legten die Forscher jeweils 15 Jahre zugrunde und berücksichtigten geltende Annahmen zur CO₂-Bepreisung und zur Entwicklung der Energiepreise.

Die Regierung plant ab 2024 für den Einbau einer Wärmepumpe eine Grundförderung von 30 Prozent der Investitionskosten, wobei die förderfähigen Investitionskosten auf 30.000 Euro für ein Einfamilienhaus begrenzt werden. Für frühzeitige Umrüstungen gibt es einen zusätzlichen Geschwindigkeitsbonus von 20 Prozent. Bei zu versteuernden Einkommen bis 40.000 Euro wird ein zusätzlicher Einkommensbonus von 30 Prozent gewährt, wobei die Gesamtförderung höchstens 70 Prozent beträgt.

rai/AFP