Wall Street Gewinnmitnahmen nach Zinsschritt

Der US-Aktienmarkt hat am Mittwoch nach der Zinssenkung um 50 Basispunkte uneinheitlich geschlossen. Anleger seien enttäuscht gewesen, dass die Leitzinsen nicht um 75 Basispunkte gesenkt wurden, sagten Händler.


Börsensaal in der Wall Street
AP

Börsensaal in der Wall Street

Nach vorläufigen Schlussangaben notierte der Dow-Jones-Index für 30 Standardwerte mit einem Plus von 6,16 Punkten auf 10.897,36 und damit deutlich unter seinem Tageshoch. Der Nasdaq-Index fiel dagegen um 65,46 Punkte oder 2,3 Prozent auf 2772,89 Punkte. Intel, Cisco Systems und IBM wurden abgegeben.

Zu den Tagesverlierern gehörten auch Finanztitel wie Citigroup, American Express und Goldman Sachs, während Einzelhandelstitel zulegten.

Der marktbreite Standard & Poor's-500-Index ging um 7,71 Punkte auf 1366,01 zurück. An der New York Stock Exchange stiegen 1767 Aktien, 1373 Titel fielen und 170 Papiere schlossen unverändert.

Amazon.com verloren, nachdem das Internetunternehmen die Entlassung von 1300 Mitarbeitern bekannt gegeben hatte. Der Halbleiterhersteller Applied Materials verlor nach Bekanntgabe enttäuschender Quartalszahlen. AOL Time Warner legten leicht zu. Der frisch fusionierte Medienkonzern profitierte von positiven Bemerkungen zum Ergebnisausblick.

Der Zinsschritt war an den Finanzmärkten weitgehend erwartet worden. Auf die Bekanntgabe folgte ein Auf und Ab der Kurse, die sich zuerst im positiven Bereich bewegten, um dann wieder an Boden zu verlieren. "Im Moment sehen wir uns wohl einigen kurzfristigen Verkäufen der zwanzig Prozent der Anleger gegenüber, die zuvor mit einer Zinssenkung von 75 Basispunkten gerechnet hatten", sagte Marci Rossell, Ökonom bei Oppenheimer Funds. "Aber wichtig sind die Unternehmensgewinne, und die werden mittelfristig von der Zinssenkung beflügelt", fügte er hinzu.

Chip-Hersteller im Aufwind

Bei den Standardwerten legten unter anderem einige Einzelhandelswerte zu. So verbesserten sich die Papiere der Einkaufskette Wal-Mart um 5,64 Prozent auf 56,80 Dollar. Die Titel des Heimwerkerhändlers Home Depot schlossen um 4,78 Prozent höher auf 48,20 Dollar. Bei den Ölwerten konnte Exxon Mobile um 2,65 Prozent auf 84,15 Dollar zulegen.

Im Technologiesektor hatten Händlern zufolge unter anderen einige Computerchip-Hersteller und Chip-Zulieferer von der momentanen Marktstimmung Auftrieb bekommen. Einen Kursrückgang von 17,18 Prozent musste indessen der Softwarehersteller Adobe hinnehmen. Das Unternehmen hatte zuvor davor gewarnt, dass die künftigen Unternehmensgewinne von der sich abschwächenden US-Konjunktur negativ beeinflusst werden könnten.

An der Wall Street standen sich bei Umsätzen von 1,2 Milliarden Aktien 1377 Verlierer und 1763 Gewinner gegenüber. 170 Titel schlossen unverändert. An der Nasdaq wechselten insgesamt rund 2,3 Milliarden Papiere den Besitzer. Die Verlierer überwogen dabei die Gewinner im Verhältnis 20 zu 17.

Am US-Anleihenmarkt notierten die richtungweisenden 30-jährigen Bonds um 1/36 höher und erbrachten eine Rendite von 5,526 Prozent.



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