"Wall Street Journal" Murdoch übernimmt Dow Jones

Rupert Murdoch hat es nach dreimonatigen Verhandlungen geschafft: Der Australier übernimmt den Medienkonzern Dow Jones, der auch das "Wall Street Journal" herausgibt. Die Vorstände beider Unternehmen haben dem Fünf-Milliarden-Dollar-Angebot zugestimmt.


New York - Dow Jones habe das Angebot von Murdochs Mediengruppe News Corp in Höhe von fünf Milliarden Dollar (3,7 Milliarden Euro) akzeptiert, berichtete das "Wall Street Journal", das Flaggschiff des Traditionsunternehmens, online. Sie freue sich nun auf ein "besseres Dow Jones", sagte Elisabeth Goth Chelberg von der Bancroft-Familie, die seit 1902 die Mehrheit an dem Traditionsunternehmen hielt, dem "Wall Street Journal".

"Wall Street Journal": Bahnfrei für Murdoch
AFP

"Wall Street Journal": Bahnfrei für Murdoch

Murdoch bot seit Anfang Mai 60 Dollar je Aktie - ein attraktiver Preis, der mehr als 60 Prozent über dem Börsenkurs des Vormonats lag. Dennoch waren einige Mitglieder der Bancroft-Familie, die über 64,2 Prozent der Stimmrechte verfügt, zunächst gegen die Übernahme - vor allem aus Angst um die redaktionelle Unabhängigkeit des "Wall Street Journals". Der konservative Murdoch steht im Ruf, die Medien in seinem Eigentum auch inhaltlich beeinflussen zu wollen. Rund 200 Journalisten hatten Ende Juni gegen den Verkauf protestiert.

Murdoch versuchte, die Bedenken zu zerstreuen, indem er ein redaktionelles Aufsichtsgremium versprach. Am Montag kündigte er zudem an, das renommierte Wirtschaftsblatt möglicherweise um vier zusätzliche Nachrichtenseiten zu erweitern.

"Einerseits ist es ziemlich traurig, doch andererseits war es das einzig Vernünftige, das wir tun konnten", sagte Chelberg. Dow Jones sei nun mit mehr Geld ausgestattet und könne sich weltweit besser präsentieren. Der 76-jährige Murdoch, dem bereits die "New York Post" gehört, hat über Jahrzehnte ein weltumspannendes Medienimperium aufgebaut.

Außer News Corp hatten sich auch noch andere Interessenten um den Dow-Jones-Konzern bemüht, unter ihnen der Internet-Unternehmer Brad Greenspan. Zu der Gruppe gehören außer dem "Wall Street Journal" unter anderem die Wirtschaftswochenzeitung "Barron's" und die Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires.

Mit der Übernahme steigt Murdoch hinter Thomson-Reuters und Bloomberg zu einem führenden Anbieter von Finanz- und Börseninformationen auf. Sie erleichtert dem Medienmilliardär zudem den Start seines Wirtschafts-Fernsehprogramms Fox Business, das am 15. Oktober an den Start gehen und dem Sender CNBC Konkurrenz machen soll.

Die Übernahme muss noch von der US-Aufsichtsbehörde abgesegnet werden. Murdoch sieht darin jedoch kein Problem. Nach Angaben des "Wall Street Journals" könnte der Deal bis Ende des Jahres perfekt gemacht werden.

als/AFP



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