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07. November 2008, 23:05 Uhr

Wall Street

US-Börsen schließen deutlich fester

Die erste Rede Barack Obamas nach der Präsidentschaftswahl hat offenbar die Börsen beflügelt: Der New Yorker Aktienmarkt schloss zum Wochenende deutlich fester. Der Leitindex Dow Jones ging mit einem Plus von fast drei Prozent aus dem Handel.

New York - Die US-Börsen haben am Freitag trotz negativer Arbeitsmarktdaten fest geschlossen. Zwar war die Beschäftigung etwas stärker zurückgegangen als gedacht und auch die Arbeitslosenquote war überraschend deutlich angestiegen. Allerdings waren die Stundenlöhne im Rahmen der Schätzungen gestiegen. Händler verwiesen angesichts der steigenden Aktienkurse auf die massiven Verluste an den beiden Vortagen. An diesen seien die enttäuschenden Arbeitsmarktdaten bereits vorweggenommen worden. Nun erhole sich der Markt zum Ende der Woche von den Kurseinbußen.

Der Dow Jones legte um 2,85 Prozent auf 8943,81 Punkte zu. Im Wochenvergleich verlor der Index damit vier Prozent. Der marktbreite S&P-500-Index stieg um 2,86 Prozent auf 930,75 Zähler. Der Nasdaq Composite legte um 2,41 Prozent auf 1647,40 Punkte zu. Der Nasdaq 100 kletterte um 2,39 Prozent auf 1271,62 Zähler.

Alcoa stiegen mit plus 9,06 Prozent auf 11,19 US-Dollar an die Spitze des Dow Jones. Händler verwiesen zur Begründung auf die steigenden Rohstoffpreise.

In den Blick rückten vor allem die Titel der Autobauer. Die dramatische Krise des größten US-Autobauers General Motors (GM) spitzt sich angesichts neuer Milliardenverluste immer mehr zu. Der Opel-Mutterkonzern hatte im dritten Quartal vor Sondereffekten ein Minus von 4,2 Milliarden Dollar eingefahren. Die Aktien fielen mit minus 9,17 Prozent auf 4,36 Dollar ans Dow-Ende. Auch Ford fährt mit neuen Milliardenverlusten immer tiefer in die Krise. Die Aktien stiegen dennoch um 2,02 Prozent auf 2,02 Dollar.

Titel von Walt Disney stiegen nach Zahlen und zwischenzeitlichen Verlusten bis Handelsende um 2,41 Prozent auf 23,36 Dollar. Der US-Unterhaltungskonzern hatte den Gewinn im vierten Quartal nur überraschend gering gesteigert. Der Gewinn je Aktie (EPS) vor Sonderposten war von 0,42 US-Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 0,43 Dollar geklettert. Analysten hatten mit einem deutlicheren Anstieg auf 0,49 Dollar gerechnet.

Das Internet-Unternehmen Yahoo blitzte nach seinen gescheiterten Plänen für ein Zusammengehen mit Google erneut bei Microsoft ab. Der weltgrößte Softwarekonzern werde kein weiteres Übernahmeangebot abgeben, erklärte Microsoft-Chef Steve Ballmer am Freitag auf einer Konferenz in Sydney (Australien). Eine Art von Partnerschaft schloss Ballmer dagegen nicht aus. Aktien von Yahoo! brachen um 12,61 Prozent auf 12,20 Dollar ein. Microsoft legten hingegen 2,97 Prozent auf 21,50 Dollar zu.

amz/dpa/Reuters

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