Walter-Bau-Pleite Österreicher retten 4100 Arbeitsplätze

Für viele Mitarbeiter des insolventen Walter-Bau-Konzerns gibt es Hoffnung. Die österreichische Bauholding Strabag übernimmt Kernteile des Unternehmens. Zahlreiche Arbeitsplätze sind gesichert.


Walter-Bau-Baustelle: Hilfe aus Österreich
DDP

Walter-Bau-Baustelle: Hilfe aus Österreich

Augsburg - Der österreichische Baukonzern Strabag übernimmt zentrale Bereiche der Walter Bau AG. Wie das Augsburger Unternehmen am Dienstag mitteilte, übernimmt Strabag 100 Prozent der neu gegründeten Dywidag Holding GmbH mit 4100 Mitarbeitern und einem Bauvolumen von 1,2 Milliarden Euro. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

"Das Ziel der weitgehenden Fortführung des Geschäfts der Walter Bau AG haben wir mir dem Einstieg von Strabag in Rekordzeit von nur zwei Wochen erreichen können und damit viele Arbeitsplätze gesichert", sagte der der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider. Nach der Übernahme werden nach Angaben von Schneider 6000 der 9200 Mitarbeiter des Konzerns verbleiben.

"Dass mit einer Bauinsolvenz der Verlust von Arbeitsplätzen verbunden ist, liegt auf der Hand", fügte Schneider hinzu. "Das ließ sich auch in diesem Fall nicht vermeiden." Der Insolvenzverwalter sagte, Strabag habe das attraktivste Angebot mehrerer Bieter abgegeben.

Strabag-Konzernchef Hans Peter Haselsteiner erklärte, die österreichische Baufirma komme "mit diesem Schritt ihrem Ziel zu einem der führendem europäischen Baukonzern zu werden, einen entscheidenden Schritt voran". Strabag gilt mit der Übernahme und einer Bauleistung von 7,5 Milliarden Euro nun als Nummer zwei im deutschsprachigen Raum nach dem Bauriesen Hochtief. Auch der Mehrheitsanteil an der Baufirma Züblin soll mittelfristig an die Strabag übergehen, sagte Schneider.

Neue Dachgesellschaft

Die neue Holding fungiere als Dachgesellschaft für die vier operativen Kerngesellschaften Dywidag SF-und Ing.-Bau GmbH, Dywidag International GmbH (DIG), die österreichische Dyckerhoff & Widmann Ges.m.b.H und die Walter Heilit Verkehrswegebau GmbH. Teile des operativen Geschäfts der insolventen Walter Bau-AG sollen in der neu gegründeten Dywidag SF- und Ing.-Bau GmbH fortgeführt, teilte Walter Bau weiter mit.

Die Gewerkschaft IG Bau sieht in der angekündigten Übernahme wesentlicher Teile des insolventen Walter-Bau-Konzerns durch die österreichische Strabag einen wichtigen Schritt, Tausende Arbeitsplätze zu retten und die Arbeit auf den Baustellen fortzuführen. Jetzt müssten weitere Schritte folgen, um möglichst vielen Arbeitnehmern des Konzerns eine Beschäftigungsperspektive zu sichern, erklärte IG-BAU-Sprecher Michael Knoche am Dienstag in Frankfurt am Main. Knoche dankte dem vorläufigen Insolvenzverwalter für die Zusage, dass alle Auszubildenden des Unternehmens übernommen werden sollen.

Walter Bau hatte vor zwei Wochen für die Muttergesellschaft Insolvenz beantragt, von der zunächst etwa 4000 Mitarbeiter des Konzerns betroffen war. Kleinere Tochtergesellschaften folgten der Walter Bau in die Insolvenz, die wichtigsten Töchter arbeiteten jedoch weiter.



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