Überblick zum Warnstreik Hier fliegt am Montag nichts – oder wenig

Keine Abflüge in Hamburg, Ausfälle in München: Ver.di und EVG haben zum bundesweiten Ausstand aufgerufen und treffen damit auch den Flugverkehr. Die Einschränkungen könnten noch im Osterurlaub zu spüren sein.
Anzeigentafel am Flughafen Köln/Bonn (Symbolbild)

Anzeigentafel am Flughafen Köln/Bonn (Symbolbild)

Foto: Ying Tang / NurPhoto / IMAGO

Busse, Bahnen, Flugzeuge: Am kommenden Montag soll vielerorts Stillstand herrschen. Die Gewerkschaften Ver.di und EVG haben zum bundesweiten Ausstand aufgerufen. Mehr dazu lesen Sie hier. Deutschlandweit kommt es zu erheblichen Einschränkungen auch im Flugverkehr.

Eine Übersicht bekannter Ausfälle:

  • Lufthansa-Passagiere müssen sich wegen Warnstreiks bereits am Sonntag auf erhebliche Ausfälle einstellen. Am Flughafen München finden wegen der Ausstände schon an dem Tag – abgesehen von humanitären Flügen – keine Lufthansa-Starts statt. Das teilte die Airline am Freitag mit. Hinzu kommt am Montag Deutschlands größter Flughafen Frankfurt. »Lufthansa geht davon aus, dass der Flugbetrieb bereits am Dienstag wieder weitestgehend normal durchgeführt werden kann.«

  • Der Flughafen Stuttgart stellt am kommenden Montag seinen regulären Passagierbetrieb ein, wie der Airport am Freitag mitteilte. Es könnten nur Sicherheitslandungen, medizinische Flüge und militärische Flüge durchgeführt werden. Für Montag waren demnach regulär 170 Starts und Landungen geplant. Von dem Ausstand betroffen sind rund 20.000 Passagiere. Der Flughafen empfiehlt, sich bei den Airlines zu informieren und nicht zum Flughafen zu kommen.

  • Am Flughafen Hamburg kommt es ebenfalls zu Einschränkungen: Es werden keine Abflüge möglich sein. »Die Sicherheitskontrolle für die Passagiere muss geschlossen werden. Weil die Fluggäste die bestreikte Kontrollstelle nicht passieren können, werden alle geplanten 147 Abflüge gestrichen oder finden ohne Passagiere statt«, teilte der Flughafen mit. Betroffene Passagiere werden gebeten, Kontakt zu ihrer Fluggesellschaft aufzunehmen und nicht zum Flughafen zu kommen. Auch bei den 152 geplanten Ankünften seien Flugstreichungen zu erwarten.

  • Der Streik wird auch Niedersachsens größten Flughafen Hannover-Langenhagen treffen. »Es sind erhebliche Beeinträchtigungen zu erwarten«, teilte der Airport am Freitag auf seiner Website mit. »Wir bitten alle betroffenen Passagiere, Kontakt mit ihrer Fluggesellschaft oder ihrem Reiseveranstalter aufzunehmen«, hieß es weiter.

  • Alle Passagierflüge von und nach Bremen fallen am Montag aus. Alle Flüge seien gestrichen, sagte eine Sprecherin des Flughafens am Freitag. Bei dem bundesweiten Warnstreik rufen die Gewerkschaften ihre Mitglieder auch in Hannover und Bremen zu Demonstrationen auf.

  • An den sächsischen Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden seien die Lufthansa-Flüge von und nach Frankfurt und München gestrichen worden, sagte ein Flughafensprecher. Auch für Sonntag seien einzelne Verbindungen der Lufthansa gecancelt worden. Die Gewerkschaft Ver.di hat die Beschäftigten der Luftsicherheit in Leipzig/Halle und Dresden am Montag zu Warnstreiks aufgerufen. Das betreffe die Bereiche Waren- und Personenkontrolle, sagte der Ver.di-Landesbezirks-Fachbereichsleiter.

  • Der Flughafen Erfurt-Weimar wird indes nicht von dem angekündigten bundesweiten Warnstreik betroffen sein, wie der Flughafenbetreiber mitteilte. Für den Flugbetrieb seien keine Einschränkungen zu erwarten – für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Flughafengesellschaft bestehe ein Haustarifvertrag. Dieser stehe aktuell nicht zur Verhandlung.

Vorbereitungen auf Osterflugverkehr erschwert

Die Folgen der Warnstreiks im Luftverkehr könnten Passagiere nach Einschätzung der Luftverkehrswirtschaft noch bei Reisen in den Osterurlaub zu spüren bekommen. »Die andauernde Kette sogenannter Warnstreiks an immer neuen Stellen unserer Flughäfen trifft den gesamten Flugbetrieb auch da, wo gar keine Tarifverhandlungen geführt werden«, kritisierte Jost Lammers, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). »Damit werden die intensiven Vorbereitungen auf den bevorstehenden Osterreiseverkehr massiv erschwert.«

Leidtragende seien die Reisenden, aber auch die Luftverkehrsunternehmen, die sich nach den Coronabeschränkungen wieder für einen reibungslosen Flugbetrieb engagierten, so Lammers.

Die Osterferien zählen zu den Zeiträumen mit besonders hohem Passagieraufkommen. Am größten deutschen Flughafen Frankfurt werden kommende Woche am ersten Ferienwochenende in Hessen und angrenzenden Bundesländern täglich bis zu 185.000 Reisende bei 1100 Starts und Landungen vorhergesagt, teilte der Betreiber Fraport mit.

Flugreisende müssten sich auf Wartezeiten bei Sicherheitskontrollen und Gepäckausgabe einstellen. Grund seien anhaltende Personalengpässe bei zugleich hohen Passagierzahlen, hieß es. Der Frankfurter Flughafen hatte für die anstehende Feriensaison bereits eine verringerte Kapazität für Flugbewegungen angekündigt.

ani/dpa
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