Warnstreiks Berliner Flughäfen zeitweise lahmgelegt

Die Gewerkschaft ver.di sorgt schon wieder für massive Verspätungen. Wegen Warnstreiks mussten die Flughäfen Tegel, Tempelhof und Schönefeld am Freitagmorgen für den gesamten Flugverkehr gesperrt werden.


Stillstand: Die Flugzeuge am Flughafen Berlin Schönefeld bekamen vor 9.00 Uhr keine Starterlaubnis
DPA

Stillstand: Die Flugzeuge am Flughafen Berlin Schönefeld bekamen vor 9.00 Uhr keine Starterlaubnis

Berlin - Seit 06.00 Uhr waren nach Worten von Flughafensprecher Ernst Elie alle Flüge gestrichen. Betroffen seien 102 Flüge, 76 davon in Tegel. "Das wird sicher ziemlich kompliziert, den Flugplan wieder ins Lot zu bringen", sagte er dem SFB in einem Radiointerview. Elie bezweifelt, dass die Fluggesellschaften im Lauf des Tages in der Lage sein werden, ihre Flugpläne einzuhalten.

Allein bei der Lufthansa mussten mehr als 3000 Fluggäste Verspätungen in Kauf nehmen. Mehrere hundert Passagiere verpassten ihre Anschlussflüge in Frankfurt am Main. Betroffen waren vor allem innerdeutsche Flüge, aber auch Flüge nach London, Zürich, Brüssel, Prag und Paris.

Anlass des Warnstreiks waren die festgefahrenen Tarifverhandlungen zwischen ver.di und der Berlin-Brandenburg Flughafen Holding GmbH (BBF). Deren Mitarbeiter gehören nicht wie die Kollegen anderer großer deutscher Flughäfen zum öffentlichen Dienst, für sie gilt ein Konzerntarifvertrag. Die Gewerkschaft hatte für die 1.650 Flughafenbeschäftigte eine Einkommensanhebung von "drei plus x" Prozent gefordert.

Die Arbeitgeber hätten eine prozentuale Erhöhung angeboten, die jedoch durch Abstriche beispielsweise beim Urlaubsgeld kompensiert werden sollte, kritisierte Ver.di. In Erwartung der Arbeitsniederlegungen hatten Fluggesellschaften Reisende im Vorfeld aufgerufen, sich wegen möglicher Umbuchungen zu melden.



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