Trumps Gesundheitsreform Milliardär Buffett würde Millionen sparen

Der milliardenschwere Investor Warren Buffet hat den Umbau des US-Gesundheitssystems als Steuergeschenk für Reiche kritisiert. Werden die Pläne von Trumps Partei umgesetzt, sparten er und seine Freunde Millionen.

Starinvestor Warren Buffett
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Starinvestor Warren Buffett


US-Präsident Donald Trump hat derzeit Schwierigkeiten damit, die Gesundheitsreform seines Vorgängers Barack Obama abzuschaffen. Die Abstimmung im Senat über ein entsprechendes Gesetz wurde just vertagt, weil auch einige republikanische Senatoren ihre Zustimmung verweigerten. Und jetzt meldet sich auch noch der Starinvestor Warren Buffett zu Wort: Die Pläne der Republikaner zum Umbau des US-Gesundheitssystems seien ein Steuergeschenk für Spitzenverdiener, kritisiert der Milliardär.

Der Entwurf der Partei von Trump zur Neuordnung der "Obamacare"-Krankenversicherung könne auch als "Gesetz zur Hilfe von Reichen" betitelt werden, sagte der legendäre Investor in einem Interview mit dem US-Sender PBS.

Er habe vermögende Freunde, die durch die geplante Reform der Krankenversicherung zehn Millionen Dollar und mehr an Abgaben an den Fiskus sparen würden, so Buffett. Bei ihm selbst würden die Steuern dadurch um 17 Prozent geringer ausfallen, sagte der 86-Jährige.

Der berühmte Großanleger, der nach Schätzungen des "Forbes"-Magazins mit einem Vermögen von rund 75 Milliarden Dollar derzeit der viertreichste Mensch der Welt ist, hatte die Pläne der Republikaner bereits im vergangenen Monat beim Aktionärstreffen seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway aufs Korn genommen.

Ob der US-Senat dem kritisierten Entwurf zur Neuordnung der Krankenversicherung zustimmt, ist unklar. Eine für diese Woche geplante Abstimmung wurde auf die Zeit nach dem US-Nationalfeiertag am 4. Juli verschoben.

Der Entwurf sieht Einsparungen im Bundeshaushalt in der Größenordnung von 321 Milliarden Dollar im Zeitraum 2017 bis 2026 vor. Der Rechnungshof des Kongresses (COB) kommt in seiner jüngsten Prognose zu dem Schluss, dass 22 Millionen Menschen durch das Reformvorhaben bis 2026 ihren Versicherungsschutz verlieren würden. Die Zahl der US-Bürger ohne Krankenversicherung würde demnach bis 2026 auf 49 Millionen steigen. Das sind 18 Prozent aller US-Bürger unter 65 Jahren.

nck/dpa

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