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BMW Warten auf Brüssel

aus DER SPIEGEL 29/2001

In Leipzig, dem aussichtsreichsten Standortkandidaten für das neue BMW-Werk, herrscht großes Rätselraten darüber, warum der Münchner Vorstand nicht bereits nach der letzten Aufsichtsratssitzung am 5. Juli bekannt gegeben hat, wo die neue 1er-Reihe von BMW gebaut wird. BMW-Chef Joachim Milberg verschob die Entscheidung, weil er auf einen Bescheid aus Brüssel warten muss. Erst wenn die Europäische Kommission die möglichen Subventionen genehmigt hat, kann die Entscheidung getroffen und verkündet werden; sonst könnte Brüssel die erwarteten Subventionen für einen ostdeutschen Standort in Höhe von bis zu 350 Millionen Mark verweigern. Deshalb beteuert Milberg auch weiterhin, alle fünf Standortkandidaten - Leipzig, Augsburg, Schwerin, Kolin (Tschechien) und Arras (Frankreich) - seien noch im Rennen. Tatsächlich hat neben Leipzig allenfalls noch Kolin eine Chance. Der tschechische Standort bietet niedrige Lohnkosten, mit denen BMW über einen Zeitraum von zehn Jahren 210 Millionen Mark sparen würde. Nachteil Kolins: Die Einarbeitung der Belegschaft würde wegen der Sprachprobleme länger dauern. BMW will die Produktion jedoch schnell hochfahren, um das neue Modell möglichst früh auf den Markt zu bringen. Dies wäre in Leipzig möglich.

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