Nemi El-Hassan WDR-Moderatorin nennt Teilnahme an Al-Kuds-Demo einen »Fehler«

Ab November soll Nemi El-Hassan das Wissenschaftsmagazin »Quarks« moderieren. Jetzt reagiert sie auf Kritik an einer Demo-Teilnahme 2014: Sie betont, keine »Menschen jüdischen Glaubens körperlich angegriffen« zu haben.
WDR-Funkhaus in Köln: Sender kündigt Gespräche an

WDR-Funkhaus in Köln: Sender kündigt Gespräche an

Foto: Oliver Berg/dpa

Nemi El-Hassan, künftige Moderatorin der WDR-Wissenschaftssendung »Quarks«, hat sich von ihrer mehrere Jahre zurückliegenden Teilnahme an einer Al-Kuds-Demo nachträglich distanziert. »An den Al-Kuds-Demos vor sieben Jahren in Berlin teilzunehmen, war ein Fehler«, schrieb El-Hassan in einem Statement an die Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatte die »Bild«-Zeitung über die Demo-Teilnahme der 28-Jährigen berichtet.

Bei den alljährlichen Al-Kuds-Demonstrationen in Berlin waren in der Vergangenheit immer wieder antisemitische Parolen gerufen und Symbole der proiranischen libanesischen Hisbollah-Bewegung gezeigt worden. Am Al-Kuds-Tag, der am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan liegt, ruft Iran jedes Jahr zur Eroberung Jerusalems (auf Arabisch: Al-Kuds) auf. Hintergrund ist die Besetzung Ostjerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967.

In dem Statement der 28-Jährigen heißt es weiter: »Keinesfalls habe ich während der Demo antisemitische Parolen von mir gegeben, noch Menschen jüdischen Glaubens körperlich angegriffen.« Während Ausschreitungen sei sie nicht zugegen gewesen, so El-Hassan, ihr sei es wichtig, sich gegen Hass und Gewalt zu positionieren. Ihr Anliegen sei gewesen, Solidarität mit Palästinenserinnen und Palästinensern auszudrücken.

»Die Mittel waren die falschen, das sage ich heute mit Nachdruck. Ich distanziere mich daher klar und ausdrücklich von den Al-Quds Demos sowie weiteren Demonstrationen in einem ähnlichen Kontext. Ich verurteile jegliche antisemitischen Äußerungen und Aktionen, sämtliche Arten von Gewalt und insbesondere die Gewalt, die auf diesen Demos stattgefunden hat«, schreibt El-Hassan.

WDR kündigt Gespräche an

Vor wenigen Tagen hatte der Westdeutsche Rundfunk (WDR) El-Hassan als neue Moderatorin für die Wissenschaftssendung »Quarks« angekündigt. Ihre erste Sendung ist für November geplant. El-Hassan ist Journalistin, Medienmacherin und Ärztin. Sie gehört auch zum Gründungsteam des öffentlich-rechtlichen YouTube-Kanals »Datteltäter«, der satirische Videos über Vorurteile gegenüber Musliminnen und Muslimen produzierte.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Der WDR stellte sich zunächst hinter seine Moderatorin, kündigte aber weitere Gespräche an: »Nemi El-Hassan ist uns als engagierte Journalistin bei Funk und ZDF aufgefallen. Aufgrund ihrer Tätigkeit als Medizinjournalistin haben wir ihr die Moderation von Quarks angeboten.« Sie habe den WDR jetzt über ihre Teilnahme an der Al-Kuds-Demonstration im Jahr 2014 informiert. »Wir sind mit Nemi El-Hassan weiter im Austausch«, schrieb der Sender auf Twitter.

rai/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.