Wechselkurse IWF-Chef gibt China die Schuld am Währungskrieg

Dominique Strauss-Kahn attackiert China: Das Land könne die Welt in eine Krise stürzen, schuld sei der niedrige Kurs des Yuan, sagt der IWF-Chef. Weltbank-Präsident Zoellick hingegen relativiert, eine Aufwertung der chinesischen Währung sei kein Allheilmittel.

IWF-Chef Strauss-Kahn: Niedriger Yuan ist "Quelle von Spannungen"
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IWF-Chef Strauss-Kahn: Niedriger Yuan ist "Quelle von Spannungen"


Washington - Es gibt viel Gesprächsstoff auf der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank am Wochenende: IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn bezieht eindeutig Stellung im schärfer werdenden Währungsstreit - und gibt China die Schuld an einer möglichen neuen Krise. "Die Unterbewertung des Yuan ist die Quelle von Spannungen in der Weltwirtschaft, die dabei sind, zu einer Bedrohung zu werden", sagte Strauss-Kahn der französischen Zeitung "Le Monde".

Damit schlägt sich der IWF-Chef klar auf die Seite von USA und EU, die China vorwerfen, den Wechselkurs des Yuan künstlich niedrig zu halten und sich damit unfaire Vorteile im Außenhandel zu verschaffen. China ist nach Ansicht Strauss-Kahns damit zumindest mitverantwortlich für Nachahmer wie Japan oder Brasilien, die in den vergangenen Wochen versucht haben, den Kurs ihrer Landeswährungen zu drücken. Der stellvertretende IWF-Chef Naoyuki Shinohara - selbst Japaner - griff diese Interventionen scharf an: "Es ist absolut nicht wünschenswert für ein Land, ständig zu intervenieren, um Währungen auf einem bestimmten Niveau zu halten", sagte er.

Die Weltbank sieht diese staatlichen Interventionen wesentlich gelassener. "Weder pflichte ich ihnen bei, noch kritisiere ich sie", sagte Weltbank-Präsident Robert Zoellick der japanischen Zeitung "Nikkei" zu den Eingriffen der japanischen Zentralbank. Auch die Rolle Chinas bewertete Zoellick deutlich anders als der IWF-Chef. So sprach sich der Weltbank-Chef zwar auch für eine Yuan-Aufwertung aus - der Einschätzung Strauss-Kahns, der niedrige Kurs der chinesischen Währung sei die Wurzel allen Übels, widersprach er jedoch. Eine Aufwertung werde nicht alle Probleme lösen.

fdi/dpa/Reuters

insgesamt 3 Beiträge
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doncarlos! 07.10.2010
1. Als größter Halter von Dollar-Reserven
wird China wohl kaum ernsthaftes Interesse an einer Aufwertung seiner eigenen Währung - und der damit einhergehenden Abwertung seiner Dollar-Guthaben zeigen. Ähnliches gilt auch für Japan und Brasilien, die ebenfalls zu den größten Dollar-Devisenhaltern zählen.
petsche 08.10.2010
2. China Schuld am Waehrungskrieg
Zitat von doncarlos!wird China wohl kaum ernsthaftes Interesse an einer Aufwertung seiner eigenen Währung - und der damit einhergehenden Abwertung seiner Dollar-Guthaben zeigen. Ähnliches gilt auch für Japan und Brasilien, die ebenfalls zu den größten Dollar-Devisenhaltern zählen.
So eine Schweinerei aber auch. Wollen doch die boesen Chinesen nicht am Pokertisch Platz nehmen und mitspekulieren Noch nicht einmal Leerverkaeufe wollen sie taetigen.
joesaar 08.10.2010
3. China ist
sicher ein Großinvestor für EU, USA und Japan Staatsanleihen. Was mich wundert, dass EU. USA und Japan keine Staatsanleihen Chinas kaufen dürfen. Unfair, oder? So wächst nur Chinesische Guthaben (somit Einflüsse) in der Welt.
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