Weihnachtsgeschäft Einzelhandel rechnet mit Rekordumsatz

Süßer die Kassen nie klangen: Das Fest der Liebe könnte dem Einzelhandel bis zu 27 Milliarden Mark beschert haben. Auch die Internet-Anbieter sind zufrieden.


Zu Weihnachten kauften die Deutschen kräftig ein
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Zu Weihnachten kauften die Deutschen kräftig ein

Berlin - Im Vorjahr belief sich der Umsatz der Branche auf 26,4 Milliarden, wie der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels in Berlin erklärte. Bemerkbar machte sich die BSE-Krise. Beim Sturm auf die Lebensmittelregale und Fleischtheken blieb Rindfleisch weitgehend unbeachtet. Die Bürger bevorzugten verstärkt Geflügel, sagte Einzelhandelssprecher Hubertus Pellengahr Heiligabend. Gänse und Enten seien traditionell sehr gefragt gewesen. Viele Bürger seien aber auch auf Schweinefleisch, Wild und Fisch umgestiegen.

Die Einhändler hoffen auf weiterhin gute Umsätze zwischen Weihnachten und Neujahr. "Dann werden nämlich die Gutscheine und Geldgeschenke vom Weihnachtsfest eingelöst." Mehr als 80 Prozent der Händler könnten mit einem Megageschäft rechnen, sagte Pellengahr.

Bereits am letzten Verkaufstag vor dem Heiligabend hatten die Einzelhändler in allen Bundesländern eine positive Bilanz gezogen. Es seien vor allem Lebensmittel gekauft worden. Der Sprecher berichtete über "die üblichen Hamsterkäufe" vor den Festtagen. "Die Leute kauften ein, als gäbe es Weihnachten eine ganz Woche zu feiern."

Dessous, Socken, Oberhemden und Krawatten sowie Damenstrickwaren und Elektrokleingeräte wie Rasierer seien gefragt gewesen. Dies gelte auch für "edle Düfte und Kosmetikartikel". Auch die typischen Last-Minute-Geschenke seien vielfach über den Ladentische gegangen.

Milliardenumsatz auch über Internet

Infolge des guten Weihnachtsgeschäfts konnte der Versandhändler Quelle sein Jahresziel von Online-Bestellungen im Wert von 500 Millionen Mark deutlich übertreffen, wie Vertriebsvorstand Mirko Meyer-Schoenherr der "Welt am Sonntag" sagte. Eine ähnlich positive Bilanz zogen auch die Metro-Töchter Primus Online sowie der Internet-Buchhändler Amazon.de und dessen Konkurrent BOL.

Primus-Online-Geschäftsführer Thomas Schulte-Huermann erklärte, die avisierte Jahresbilanz von 100 Millionen Mark sei schon vor einigen Wochen übersprungen worden. Nun würden 150 Millionen Mark erwartet. "Allein im Weihnachtsgeschäft haben wir die Verkäufe verfünffacht." Amazon-Deutschland-Chef Philipp Humm teilte mit, sein Unternehmen habe in der diesjährigen Weihnachtszeit etwa 150 Prozent mehr umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. BOL konnte seinen Umsatz in der Adventszeit nach eigenen Angaben verfünffachen.

Unter Berufung auf den Einzelhandelsverband hieß es in dem Zeitungsbericht weiter, insgesamt hätten die Bundesbürger für etwa 150 bis 200 Millionen Mark ihre Weihnachtseinkäufe über das Internet abgewickelt. Der Umsatz sei zwar nur 0,75 Prozent des gesamten Weihnachtsgeschäfts von rund 27 Milliarden Mark, bedeute aber eine Verdreifachung gegenüber 1999.



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