"Weißer Ritter" Wechselt Vivendi die Fronten?

Lange wurde der französische Mischkonzern Vivendi als Retter für den von einer feindlichen Übernahme bedrohten Mannesmann-Konzern gehandelt. Jetzt mehren sich die Gerüchte, das Unternehmen habe sich Vodafone AirTouch zugewandt.


Vivendi-Chef Jean-Marie Messier: Geht er Mannesmann von der Fahne?
DPA

Vivendi-Chef Jean-Marie Messier: Geht er Mannesmann von der Fahne?

London/Düsseldorf - Britischen Branchenkreisen zufolge soll Vivendi die Kooperationsgespräche mit Mannesmann abgebrochen und sich Vodafone zugewandt haben. Man sei in Frankreich besonders interessiert an Angeboten von Vodafone, aber auch von British Telecom, hieß es in den Kreisen.

Mannesmann erklärte dazu, es handele sich um Spekulationen. Die Gerüchte seien gezielt gestreut worden, um die Gespräche mit Vivendi und das Vertrauen der Mannesmann-Aktionäre zu unterminieren.

Damit hätte sich bewahrheitet, was Analysten schon seit Wochen erwarten. Je näher das Ende der Umtauschfrist rücke, desto heftiger würden die gegenseitigen Attacken, hatten viele vorhergesagt.

Die Verhandlungen mit Vivendi waren in der Branche als Versuch Mannesmanns interpretiert worden, sich einen starken Partner, einen so genannten "Weißen Ritter" ins Boot zu holen, um damit das unerwünschte Übernahmeangebot von Vodafone abwehren zu können.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.