Wachstum Weltbank senkt Prognose für die Weltwirtschaft

Die Weltbank schraubt ihre Erwartungen für die Weltwirtschaft deutlich zurück. Ein wesentlicher Grund sind die niedrigen Rohstoffpreise.

Weltbank-Präsident Jim Yong Kim
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Weltbank-Präsident Jim Yong Kim


Die Weltbank hatte ihre Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft für das laufende Jahr deutlich nach unten korrigiert. Statt der noch im Januar erwartenden 2,9 Prozent Wachstum sieht die Bank jetzt nur noch einen Anstieg der weltweiten Wirtschaftsleistung um 2,4 Prozent.

Das Wachstum vor allem in entwickelten Volkswirtschaften sei schleppend und die Rohstoffpreise seien anhaltend niedrig, führte die Weltbank zur Begründung an. Allein die Rohstoffpreise, die vor allem exportierenden, aufstrebenden Volkswirtschaften zu schaffen machten, seien für die Hälfte der Korrektur verantwortlich.

Für die US-Wirtschaft rechnet die Bank mit einem Wachstum von 1,9 Prozent gerechnet. 2015 waren es 2,4 Prozent. Für die Eurozone wird ein Wachstum von 1,6 Prozent erwartet. Dies entspreche dem Wert aus dem Vorjahr.

Weltbankpräsident Jim Yong Kim sagte, vor allem Rohstoffexporteure müssten sich schneller an die Bedingungen anpassen, um die Lebensverhältnisse für die Ärmsten zu verbessern. "Wirtschaftswachstum bleibt die wichtigste Triebfeder für die Armutsbekämpfung, und deswegen sind wir besorgt, wenn das Wachstum bei Rohstoffexporteuren scharf abgebremst wird", sagte Kim.

In vielen Entwicklungsländern komme eine hohe private Verschuldung als Problem hinzu. Die Niedrigzinspolitik habe dazu geführt, dass viel Geld aufgenommen worden sei. "Im Fahrwasser des Kreditbooms ist es nicht ungewöhnlich, wenn sich die Zahl fauler Kredite vervierfacht", sagte der Chefökonom der Weltbank, Kaushik Basu.

Bereits im April hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) trübere Aussichten für die Weltwirtschaft prognostiziert. Der IWF war im April noch von einem Wachstum der weltweiten Wirtschaftsleistung in Höhe von 3,2 Prozent im Jahr 2016 ausgegangen.

asa/dpa/AP



insgesamt 12 Beiträge
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Marut 07.06.2016
1. Wirtschaftswachstum, was sagt es aus?
Ein sinkendes bzw. langsamer steigendes Wirtschaftswachstum benennt erstmal nur die Chancen derjenigen, die die Industriemitteln dieser Wirtschaft betreiben, Gewinne zu machen. Das wird dann in deren Sinne als Rückschritt betrachtet. Das aber, gerade, weil die Rohstoffpreise gesunken sind, das Leben derjenigen, die nur in abhängigen Arbeitsverhältnissen leben günstiger wird, sich über niedrigere Preise beim Tanken, Heizen etc. das Leben real verbessert, fällt bei diesen Betrachtungen unter den Tisch. Die Behauptung "Wirtschaftswachstum bleibt die wichtigste Triebfeder für die Armutsbekämpfung" ist eine andere Aussage für die Forderung: man muß die Tische derjenigen, die oben essen, nur reichlich genug und überbordend decken, dann fallen auch mehr Krümmel runter für die, die unten essen.
pauli96 07.06.2016
2. Faul
Rohstoffe sind preiswert und die deswegen geht die Weltwirtschaft in die Knie? Irgendwas ist verdammt faul an eurem Kapitalismus!
nic 07.06.2016
3. Ein wesentlicher Grund sind die niedrigen Rohstoffpreise
Das verstehe wer will. Und seit wann werden die Ärmsten am Exportgewinn von Rohöl beteiligt? Und "Die Niedrigzinspolitik habe dazu geführt, dass viel Geld aufgenommen worden sei." dürfte kaum nur auf Entwicklungsländer zu treffen. Die USA haben uns deswegen die Finanzkrise bescherrt. Und Deutschland dürfte diesen Fehler der USA und Spaniens wiederholen. Stichwort Immobilienblase.
DreiZen 08.06.2016
4. Kann mir schnell jemand erklären wie steigende Ölpreise den Ärmsten helfen?
geben die Scheichs das ab? wird die Arbeit dann besser bezahlt? Ich verstehs nicht
thequickeningishappening 08.06.2016
5. Ewiges Wachstum
ist ein physikalisches Unding und hat in der Geschichte noch nie funktioniert.
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