Weltbank Wolfowitz sucht die Nähe von Bono

Die Nominierung von US-Vize-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz zum Weltbank-Chef hat weltweit für Unruhe gesorgt. Angesichts des Widerstands gegen seine Person sucht der als "Falke" gescholtene Irak-Krieg-Befürworter nun die Nähe zu seinen Kritikern.

Washington - Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert einen Wolfowitz-Berater, wonach der stellvertretende Verteidigungsminister länger mit dem irischen Rockstar Bono telefoniert habe. Bono, Sänger der Band U2 und bekannt für sein Dritte-Welt-Engagement, war zwischenzeitlich selbst als Weltbankchef gehandelt worden.

In dem Gespräch sei es um die Weltbankpräsidentschaft gegangen. Demnach hätten sich beide über Möglichkeiten der Armutsbekämpfung ausgetauscht. Die Unterhaltung sei sehr angeregt und detailliert gewesen, hieß es.

Das Kalkül dahinter dürfte klar sein: Wolfowitz arbeitet daran, seine Kritiker zu besänftigen. Seine Nominierung durch US-Präsident George W. Bush war weltweit auf Widerstand gestoßen, zumal der Pentagon-Vize als treibende Kraft hinter dem Krieg gegen den Irak gilt.

Wolfowitz selbst hat Handlungsbedarf erkannt. So kündigte er gegenüber der "Financial Times" an, sich bald mit europäischen Finanz- und Entwicklungshilfeministern treffen zu wollen. Dort gibt es für ihn noch viel zu tun. "Die Begeisterungsstürme im alten Europa halten sich in engen Grenzen", kommentierte etwa Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) seine Nominierung.

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