Einstieg in erneuerbare Energien Weltbank zahlt Südafrika 500 Millionen Dollar für Kohleausstieg

Südafrika ist einer der größten Erzeuger von klimaschädlichen Treibhausgasen. Nun soll ein Kohlekraftwerk in eine Wind- und Solaranlage umgewandelt werden. Die Weltbank erhofft sich ein Signal für die ganze Welt.
Kohlekraftwerk in Südafrika: Umstellen auf erneuerbare Energie

Kohlekraftwerk in Südafrika: Umstellen auf erneuerbare Energie

Foto: Siphiwe Sibeko / REUTERS

Südafrika erhält knapp eine halbe Milliarde Dollar von der Weltbank, um den Kohleausstieg voranzutreiben. Das Geld werde zur Verfügung gestellt, um das stillgelegte Komati-Kohlekraftwerk nordöstlich von Johannesburg in eine mit Speicherbatterien ausgestattete Wind- und Solaranlage umzuwandeln, teilt die Weltbank mit .

Südafrika gewinnt einen Großteil seines Stroms aus der Verbrennung von Kohle und ist einer der größten Erzeuger von klimaschädlichen Treibhausgasen. Das Komati-Kraftwerk ist das größte des Landes und wurde in dieser Woche vom Netz genommen. Weltbank-Präsident David Malpass bezeichnete das als »guten ersten Schritt in Richtung einer kohlenstoffarmen Entwicklung«. Das Projekt könne ein Beispiel für die Umstellung der Energieerzeugung in Südafrika aber auch weltweit werden.

Die Weltbank will nach eigener Aussage nun die wirtschaftliche Entwicklung in der Gegend fördern. Die wegen der Schließung des Werks entlassenen Beschäftigten sollen durch einen Übergangsplan unterstützt werden. Sie könnten in andere Anlagen versetzt oder für die Arbeit in Anlagen für erneuerbare Energien umgeschult werden, heißt es. Ein weiterer Teil der Weltbank-Mittel soll in kleineren Gemeinden eingesetzt werden, etwa zur Unterstützung bei Unternehmensgründungen oder zur Weiterentwicklung von Unternehmen.

Südafrika ist von Kohle abhängig

Südafrika wurden im Rahmen der Uno-Klimagespräche im vergangenen Jahr 8,5 Milliarden Dollar in Form von Krediten und Zuschüssen für die Transformation seiner Wirtschaft zugesichert. Das Land ist aber nach wie vor stark von Kohle abhängig, mit der 80 Prozent des Stroms erzeugt werden. Der Stromsektor steht für 41 Prozent der südafrikanischen CO₂-Emissionen.

Die Weltbank gibt den zusätzlichen Finanzbedarf Südafrikas, um bis 2050 klimaneutral zu werden, mit 500 Milliarden Dollar an.

Im ägyptischen Scharm El-Scheich beginnt am Sonntag die Weltklimakonferenz COP27. Bei dem bis zum 18. November angesetzten Treffen wird darüber beraten, wie man das im Pariser Abkommen vereinbarte Ziel erreichen kann, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

ptz/AFP
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