Welteke Ruhegehalt "deutlich niedriger"

Die Bundesbank hat Berichte dementiert, wonach der zurückgetretene Bundesbank-Präsident Ernst Welteke bis zum Jahr 2007 sein volles Gehalt erhalten wird. Das Ruhegehalt werde deutlich niedriger sein. Über die Nachfolge wird voraussichtlich bis Mittwoch entschieden.

Eine Sprecherin der Bundesbank widersprach damit einem Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach Welteke auch nach seinem Rücktritt weiterhin die Summe von 350.000 Euro pro Jahr erhalten werde.

"Er wird ein Ruhegehalt auf Basis der gesetzlichen und vertraglichen Bestimmungen erhalten, das deutlich niedriger ist", sagte die Sprecherin. Konkrete Zahlen nannte sie nicht.

Die "FTD" hatte zuvor berichtet, Welteke würde zumindest bis zum Ablauf seines regulären Vertrages 2007 so viel Geld bekommen wie als amtierender Präsident - bei einem Jahressalär von 350.000 Euro würden sich die Bezüge also auf rund eine Million Euro summieren. Welteke stünden zudem Pensionsansprüche aus seiner Zeit als Landespolitiker zu, die laut Beamtenrecht aber mit den Zahlungen der Bundesbank verrechnet werden müssten. Welteke war in Hessen Wirtschafts- und Finanzminister, bevor er 1995 als Landeszentralbankpräsident zur Bundesbank wechselte.

Staatsanwaltschaft prüft Monaco-Sause

Welteke war vergangenen Freitag zurückgetreten. Die Justiz ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der Vorteilsannahme. Die Ermittlungen beschränken sich nicht nur auf Weltekes Aufenthalt im Berliner Luxushotel Adlon: Auch Weltekes Reise zu einem Formel-1-Rennen nach Monaco werde inzwischen geprüft, bestätigte ein Sprecher der Frankfurter Staatsanwaltschaft. Es werde untersucht, ob auch in diesem Fall ein Anfangsverdacht der Vorteilsannahme bestehe. Im Hotel Adlon weilte Welteke auf Einladung der Dresdner Bank. Nach Monaco reiste er auf Einladung von BMW.

Nachfolge wird "rasch entschieden"

Die Bundesregierung will die Nachfolge Weltekes zügig regeln. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte in Berlin: "Die Frage wird sehr rasch entschieden." Es wird erwartet, dass die Bundesregierung bis zur Kabinettssitzung an diesem Mittwoch einen Kandidaten benennt. Als Favoriten für die Nachfolge gelten der jetzige Vizepräsident der Bundesbank, Jürgen Stark, Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser und Wirtschaftsstaatssekretär Alfred Tacke.

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