Weltfrauentag Mehr Lohn statt nur Applaus – Warnstreiks in Kitas starten

In mehreren Bundesländern haben Kitabeschäftigte die Arbeit niedergelegt. Weil im sozialen Bereich vor allem Frauen tätig sind, soll es auch um Geschlechtergerechtigkeit gehen.
Gummistiefel in einer Kindertagesstätte (Symbolbild): 83 Prozent der Beschäftigten sind Frauen

Gummistiefel in einer Kindertagesstätte (Symbolbild): 83 Prozent der Beschäftigten sind Frauen

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

In mehreren Bundesländern haben Warnstreiks an Kindertagesstätten begonnen. Unter anderem in Bayern, Hamburg, Niedersachsen und Bremen erschienen viele Erzieherinnen und Erzieher nicht zur Arbeit, in mehreren Städten sind im Laufe des Tages Kundgebungen geplant. Zum Teil werden Notbetreuungen eingerichtet.

Weil in den sozialen Berufen insgesamt rund 83 Prozent der Beschäftigten Frauen seien, hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di zum Weltfrauentag bundesweit zu Warnstreiks und Protestkundgebungen aufgerufen. Es gehe auch um die Gleichstellung von Frauen im Arbeitsleben. Auch andere soziale Dienste, wie die Behindertenhilfe, sollen bestreikt werden.

Mehr Wertschätzung nach zwei Jahren Pandemie

Mit den Warnstreiks will Ver.di in der laufenden Tarifrunde für die sozialen Dienste den Druck auf die kommunalen Arbeitgeber erhöhen. Die Tarifverhandlungen waren eigentlich für das Frühjahr 2020 geplant, nach dem Beginn der Coronapandemie jedoch auf Eis gelegt worden.

Die Gewerkschaften argumentieren, dass die Erzieherinnen und Erzieher insbesondere nach zwei Jahren Pandemie mehr Wertschätzung erfahren sollten. Dafür seien bessere Arbeitsbedingungen und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel erforderlich. Ver.di fordert für die rund 330.000 betroffenen Beschäftigten keine prozentuale Lohnerhöhung, sondern höhere Eingruppierungen der sozialen Berufe in den Besoldungsstufen. Die kommunalen Arbeitgeber argumentieren, dass Erzieherinnen und Erzieher bereits jetzt besser verdienten als vergleichbare Berufe.

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Ver.di wirft der Arbeitgebervereinigung VKA mangelndes Entgegenkommen bei den Gesprächen vor. Derzeit sind noch zwei Gesprächsrunden geplant. Die nach bisherigem Stand voraussichtlich entscheidende soll am 16. und 17. Mai in Potsdam stattfinden.

jlk/dpa
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