Welthandel Chinesische Schuhhersteller klagen gegen Strafzölle

Mit Strafzöllen für Lederschuhe wehrt sich die Europäische Gemeinschaft gegen die Dumpingkonkurrenz aus China und Vietnam. Doch vier der betroffenen Unternehmen zeigen sich als schlechte Verlierer. Sie haben jetzt Klage vor dem europäischen Gerichtshof erhoben.


New York - Mit dem Verfahren vor dem zweithöchsten EU-Gericht wollten die Unternehmen dem Bericht zufolge erreichen, dass sie von den Sanktionen ausgenommen würden, berichtet das "Wall Street Journal" in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf den Anwalt der Kläger.

Schuhgeschäft in China: Extrazoll in Höhe von 16,5 Prozent
DPA

Schuhgeschäft in China: Extrazoll in Höhe von 16,5 Prozent

Die Unternehmen werfen der EU-Kommission vor, sie mit den Zöllen unangemessen zu benachteiligen. Bei der Verhängung der Sanktionen habe die Brüsseler Behörde Chinas Schuhproduzenten nur als Ganzes betrachtet, ohne die Fälle im Einzelnen zu berücksichtigen. Ein Sprecher der EU-Kommission wies die Vorwürfe zurück: "Wir haben die Umstände sorgfältig analysiert und sind überzeugt, dass wir sie vor Gericht überzeugend darlegen können."

Die EU hatte Anfang Oktober Strafzölle für Lederschuhe aus China und Vietnam verhängt. Die Europäer werfen beiden Ländern vor, mit Subventionen und Steuergeschenken den weltweiten Wettbewerb erheblich zu verzerren. Außerdem würden Dumpinglöhne toleriert. Auf Lederschuhe aus China ist seither ein Extrazoll in Höhe von 16,5 Prozent fällig, für Importe aus Vietnam beträgt der Aufschlag 10 Prozent. Die Sanktionen gegen beide Länder sind zunächst auf zwei Jahre befristet.

mik/dpa-AFX



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