Studie Welthandel vervierfacht sich bis 2030

Dem weltweiten Warenhandel steht ein Boom bevor: Laut einer Studie der britischen Großbank HSBC wird sich der Welthandel bis zum Jahr 2030 fast vervierfachen. Grund für das schnelle Wachstum ist demnach die rasant steigende Nachfrage der Schwellenländer nach besserer Infrastruktur.
Containerhafen in China: Welthandel boomt bis 2030

Containerhafen in China: Welthandel boomt bis 2030

Foto: CARLOS BARRIA/ Reuters

Hamburg - Die zuletzt schwächelnde Weltkonjunktur wird in den kommenden Jahren einen Schub bekommen: Der weltweite Warenhandel wird sich einer Studie zufolge bis zum Jahr 2030 fast vervierfachen und damit wieder deutlich schneller wachsen als zuletzt. Angetrieben werde der Exportboom vor allem von der explodierenden Nachfrage der Schwellenländer nach besserer Infrastruktur, heißt es im "Global Connections Report" der britischen Großbank HSBC und Forschern von Oxford Economics, aus dem das "Handelsblatt" zitiert.

Demnach sind im Infrastrukturgeschäft künftig weltweite Exportzuwächse von knapp zehn Prozent pro Jahr zu erwarten, weil vor allem in Asien die Verkehrswege und Versorgungsnetze an ihre Grenzen stoßen. Allein in Asien schätzen die Experten den Bedarf auf mehr als zehn Billionen Dollar.

Für die deutsche Exportwirtschaft biete der Infrastruktur-Boom große Chancen, schließlich machten die entsprechenden Produkte bereits rund die Hälfte der deutschen Ausfuhren aus, schätzen die Autoren der Studie. Rohprodukte wie Straßenteer und Eisenbahnschienen könnten die Schwellenländer selbst produzieren, nicht aber die notwendige Technik wie etwa Signale für Zugstrecken oder Rolltreppen für die geplanten Flughäfen, sagte Martin Vetter-Diez von HSBC Deutschland der Zeitung.

Insgesamt rechnet Oxford Economics dem "Handelsblatt" zufolge damit, dass die deutschen Ausfuhren bis 2015 eher schwach zulegen werden. Ab 2016 dann halten die Forscher aber wieder jährliche Wachstumsraten von vier Prozent und mehr für denkbar - im Asienhandel sogar von fast acht Prozent.

nck/AFP
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