Zur Ausgabe
Artikel 35 / 82

Werbe-Fehde

aus DER SPIEGEL 31/1977

US-Pharmafirmen befehden sich in einer Anzeigenkampagne, die selbst für Amerikas hartgesottene Werbemänner beispiellos ist. »Hersteller von Tylenol, schämt Euch', beschimpft derzeit in ganzseitigen Anzeigen der Hersteller von »Bayer-Aspirin« -- nicht identisch mit Bayer Leverkusen -- seinen Schmerzmittelkonkurrenten Johnson & Johnson. Aufgebracht sind die Bayer-Leute über den Werbeslogan »Ärzte empfehlen mehr Tylenol als alle anderen Aspirin-Marken zusammengenommen« und die Behauptung, Tylenol sei »sicherer als Aspirin, wenn vorschriftsmäßig eingenommen«. Bayer konterte öffentlich: Die Tylenol-Anzeigen könnten »die Menschen irreführen ... sie erwähnen nicht, daß Tylenol-Produkte ihre eigenen Nebenwirkungen haben ... und die Leute, die Tylenol herstellen, kennen die Wahrheit so gut wie wir«. Urteilte ein Top-Werbemann in New Yorks Madison Avenue: »Das ist das härteste Stück Werbung, das ich je gesehen habe. Den Konkurrenten einen Lügner zu nennen und ihn damit anzugehen, er vorenthalte dem Verbraucher Informationen -- da muß die Firma schon rasend sein.«

Mehr lesen über

Zur Ausgabe
Artikel 35 / 82
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.