Werksschließung Rüttgers macht Nokia-Mitarbeitern in Bochum Hoffnung

Möglicherweise besteht doch noch Hoffnung für die Nokia-Mitarbeiter. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers jedenfalls hält die Rettung des Standorts in Bochum für durchaus möglich.


Hamburg - Derzeit laufen die Beratungen hinter den Kulissen auf Hochtouren. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), die Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) und der Nokia-Gesamtbetriebsrat hätten sich bei einem Treffen am vergangenen Freitag auf den Erhalt des Standorts als oberstes gemeinsames Ziel festgelegt, berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf die Düsseldorfer Staatskanzlei. Der finnische Konzern habe die Reaktionen in der deutschen Öffentlichkeit und den damit verbundenen Markenschaden falsch eingeschätzt und sei jetzt offenbar zur Zusammenarbeit bereit.

Nokia Werk in Bochum: Reaktionen der Öffentlichkeit falsch eingeschätzt
AP

Nokia Werk in Bochum: Reaktionen der Öffentlichkeit falsch eingeschätzt

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sicherte in einem Interview im selben Blatt den Bochumer Nokia-Mitarbeitern die Unterstützung der Europäischen Union zu. "Ich verstehe die Sorgen der Beschäftigten, versichere ihnen unsere Solidarität", sagte Barroso. "Wo es erforderlich ist, helfen wir, zum Beispiel bei Umschulungen." Barroso verwies darauf, dass Deutschland bis 2015 mehr als neun Milliarden Euro aus dem EU-Sozialfonds erhalten werde. Die Verlagerung des Nokia-Werks nach Rumänien werde nicht mit Geld aus Brüssel gefördert, betonte der Kommissionspräsident. "Der EU-Haushalt unterstützt keine Betriebsverlagerungen." In Brüssel werde darauf geachtet, dass es keinen "unfairen Wettlauf um nationale Förderungen" gebe.

Nokia Chart zeigen will das Bochumer Werk nach den bisherigen Planungen aus Kostengründen zur Jahresmitte aufgeben und die Produktion unter anderem nach Rumänien verlagern. Dagegen hatte sich eine Welle der Proteste erhoben. Die Mitarbeiter des Bochumer Nokia-Werks kommen heute zu einer Betriebsversammlung zusammen, um über nächste Schritte zu beraten. Die Arbeitnehmervertreter wollen weiter nicht über Sozialpläne verhandeln, sondern treten für den Erhalt des Standorts ein. Zuletzt hatte der Betriebsrat dem Nokia-Management vorgeworfen, Personalkosten falsch zu berechnen. In Bochum trieben neben der Produktion die Mitarbeiter in der Entwicklung und im Service die Kosten in die Höhe.

mik/AFP/ddp



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