Werksschließungen Chrysler fährt Produktion zurück

Um den überbordenden Fahrzeughalden Herr zu werden, will DaimlerChrysler weitere Produktionsbetriebe vorübergehend stilllegen.


Stehen auf Halde: Chrysler-Fahrzeuge
CHRYSLER

Stehen auf Halde: Chrysler-Fahrzeuge

Detroit - Das Unternehmen teilte am Freitag in Detroit mit, bis Weihnachten werde es die Zahl der in Betrieb befindlichen Produktionswerke für die Marken Chrysler, Jeep und Dodge in den USA und Kanada schrittweise auf sieben senken. Die Produktion im vierten Quartal wird gegenüber den ursprünglichen Planungen um 146.000 Fahrzeuge entsprechend 18,5 Prozent auf 641.000 Fahrzeuge gesenkt, wie aus Firmendokumenten hervorgeht.

Bereits im Oktober und November hatte Chrysler mehrere Werke in Nordamerika vorübergehend stillgelegt und damit auf den stockenden Fahrzeugabsatz in den USA reagiert. In der Woche vor den Festtagen wird nun nur gut die Hälfte der Werke produzieren, wie es hieß. In der nächsten Woche seien zehn Werke in Betrieb. Die Hälfte der Produktionssenkung wurde den internen Dokumenten zufolge bereits im November realisiert.

Chrysler leidet wegen Modellwechseln besonders unter dem Preiskampf auf dem US-Automarkt und hatte im dritten Quartal 579 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet. Die Management-Spitze bei Chrysler war daraufhin ausgetauscht worden.

Dieser Management-Wechsel hatte in den USA Kritik am Führungsstil von Konzernchef Jürgen Schrempp hervorgerufen. Einige Aktionärsgruppen verklagten den Konzern wegen angeblicher Fehlinformationen im Zuge der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler 1998. DaimlerChrysler-Aufsichtsratsmitglied Manfred Göbels hatte in einem Interview gesagt, Chrysler habe bei der Vorbereitung des Zusammenschlusses nicht alle Informationen zugänglich gemacht. Analysten sagten am Freitag, dieses Argument sei weit hergeholt. Die derzeitigen Probleme bei Chrysler hätten ihre Ursache nicht darin, dass die US-Seite Informationen zurückgehalten habe.

Der DaimlerChrysler-Aktienkurs notierte nach starken Verlusten in den vergangenen Tagen am späten Freitagnachmittag knapp vier Prozent über dem Donnerstag-Schlussstand auf 45,73 Euro.

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