Werksverkauf Schwäbischer Maschinenbauer greift nach Airbus-Werken

Für die Airbus-Werke in Varel und Nordenham gibt es offenbar eine Vorentscheidung: Laut NDR will der Maschinenbauer Voith die beiden norddeutschen Werke sowie eine Produktionsstätte in Augsburg kaufen. Eine wichtige Rolle soll bei dem Geschäft die Kanzlerin spielen.


Hannover/Nordenham - Nach Angaben des Senders hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Konzernspitze in persönlichen Gesprächen von der Übernahme überzeugt. Airbus soll demnach mit einem kleinen Teil beteiligt bleiben und weiter Namensgeber für die Werke sein. Das Unternehmen selbst erklärte allerdings, es gebe noch keine Vorentscheidung.

Airbus-Werk in Nordenham: Das Management braucht noch Zeit
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Airbus-Werk in Nordenham: Das Management braucht noch Zeit

Laut NDR habe es zwei weitere Bewerber aus den USA und aus Bremen gegeben, die aber nicht zum Zuge kamen. Der baden-württembergische Maschinenbauer Voith beschäftigt rund 30.000 Menschen und hat einen Jahresumsatz von mehr als 3,5 Milliarden Euro.

Im Kontrollgremium des Unternehmens sitzen unter anderem der frühere Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, und Manfred Bischoff, der bis April in der Führungsspitze des Airbus-Mutterkonzerns EADS Chart zeigen vertreten war.

Dem Betriebsratsvorsitzenden des Airbus-Werks in Nordenham, Michael Eilers, lagen heute noch keine näheren Informationen zu einem möglichen Werksverkauf vor. "Das Management hat zugesagt, vor einer abschließenden Entscheidung mit den Betriebsräten zu sprechen." Ein solches Gespräch habe bislang nicht stattgefunden. Ein zunächst für diesen Monat geplanter Termin sei abgesagt worden.

"Das Management braucht noch Zeit", sagte Eilers. Er wisse zwar, dass Voith zum Kreis der möglichen Käufer zähle. Zu einzelnen Interessenten wolle er sich aber nicht äußern.

EADS wies den NDR-Bericht dagegen umgehend zurück. Man führe im September mit Bietern zu allen Werken Gespräche, sagte Konzernsprecher Alexander Reinhardt. Anschließend wolle man bevorzugte Bieter aussuchen und eine Vereinbarung über Verkaufsverhandlungen schriftlich fixieren. Erst dann werde man sich "im Frühherbst" an die Öffentlichkeit wenden, erklärte Reinhardt. Ein Sprecher von Voith lehnte jeden Kommentar ab.

Der Augsburger IG-Metall-Vorsitzende Jürgen Kerner sagte, das Management habe gegenüber den Arbeitnehmervertretern eine Entscheidung für Mitte Oktober in Aussicht gestellt. Die zuständigen Gremien müssten eigentlich informiert werden, wenn eine Entscheidung gefallen wäre. Die Termine seien aber nach hinten verschoben worden.

wal/ddp/AP

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Seite 1
5mark, 28.02.2007
1.
---Zitat von sysop--- Nach Monaten sind die Details des Airbus-Sanierungsprogrammes Power 8 bekannt - 10.000 Stellen fallen weg, in Deutschland stehen die Werke Laupheim und Varel zur Disposition. Gleichzeitig bekommt das Werk Hamburg neue Kompetenzen. Kommt Airbus so aus der Krise? Und was bedeutet die Sanierung für den Standort Deutschland? ---Zitatende--- Offensichtlich finden die Mitarbeiter der in Frage kommenden Werke diese Lösung nicht so prickelnd. Sonst wären sie wohl nicht nach Haus gegangen,wie ich grad in der Eilmeldung gelesen hab. Naja wenn man das Gefühl hat, man wird nur noch verschaukelt kommt man ganz leicht an den Punkt wo man sich sagt "Dann spielt doch alleine weiter, ich habs satt." Persönlich glaub ich ja die Krise geht jetzt erst los. Mal sehen wie europäisch wir alle wirklich sind.
jocurt, 28.02.2007
2. Es wohl ein ziemlicher Gipfel an Unverfrohrenheit...
---Zitat von 5mark--- Offensichtlich finden die Mitarbeiter der in Frage kommenden Werke diese Lösung nicht so prickelnd. Sonst wären sie wohl nicht nach Haus gegangen,wie ich grad in der Eilmeldung gelesen hab. Naja wenn man das Gefühl hat, man wird nur noch verschaukelt kommt man ganz leicht an den Punkt wo man sich sagt "Dann spielt doch alleine weiter, ich habs satt." Persönlich glaub ich ja die Krise geht jetzt erst los. Mal sehen wie europäisch wir alle wirklich sind. ---Zitatende--- das ich dem Spiegel Post entnehmen darf, dass auch eine èbergabe an das Management anstehen kann: " Dazu zählt neben einem Verkauf an Hauptzulieferer auch eine Abgabe an das Management oder die Zusammenlegung mit anderen Werken. Für den Standort Nordenham (ebenfalls Niedersachsen) sowie für Filton in Großbritannien und Méaulte in Frankreich erwägt Airbus "industrielle Partnerschaften". Für diese Standorte gebe es bereits "unaufgefordert Angebote möglicher Investoren". " Das heisst ja, erst abzocken, Karre in den Dreck fahren und die Reste gewinnbringend als MBO übernehmen. Nimmt ein Mitarbeiter eine Schraube mit, wird er wegen Diebstahl entlassen. wie nennt man das aber jetzt?
Mathesar 28.02.2007
3.
---Zitat von sysop--- Nach Monaten sind die Details des Airbus-Sanierungsprogrammes Power 8 bekannt - 10.000 Stellen fallen weg, in Deutschland stehen die Werke Laupheim und Varel zur Disposition. Gleichzeitig bekommt das Werk Hamburg neue Kompetenzen. Kommt Airbus so aus der Krise? Und was bedeutet die Sanierung für den Standort Deutschland? ---Zitatende--- Wie so häufig zeigt sich auch bei Airbus mal wieder: Wenn man etwas wirklich gegen die Wand fahren will, muß man nur die Politik mitspielen lassen. Airbus ist dafür ein profundes Beispiel.
medienquadrat, 28.02.2007
4. wie soll das denn funktionieren?
Vielleicht kann mir das endlich jemand erklären, wieso 10.000 entlassen werden sollen? Haben die ansonsten immer herumgesessen und blöd in die Gegend gestiert? Wer soll denn deren Arbeit machen? Oder haben die nichts mehr zu tun, keine Aufträge mehr, oder werden die Flugzeuge von selbst fertig, setzen sich selbsttätig zusammen? Ist das denn etwa demnächst so, dass die Flieger notdürftig zusammengekloppt ausgeliefert werden? Muss man sich Sorgen machen, um die Flugsicherheit?
AttilaR, 28.02.2007
5. Faire Verteilung
Das Management hat versagt; Verkabelungsprobleme. So hieß es. Die Auslieferungen klappten nicht . Krise. Die Folgen. Krise. Es werden ca. 10.000 oder doch nur "8.5oo" Arbeiter entlassen? Das Management wird aufgrund des beherzten Durchgreifens be- fördert und/oder bekommt Prämien. Vielleicht als Krönung eine MBO. Und die Politik? Die Politik labert von "gerechter Lastenverteilung!! Attila Keiner ist so schwer zu überzeugen, als einer, der dafür bezahhlt wird, die Sache nicht zu verstehen. (Nach einen amerikanischen Schriftsteller.)
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