WestLB und LBBW Politiker brandmarken Boni für Landesbank-Bosse

Spitzenlöhne trotz Staatshilfe: Mehrere Landesbanken ignorieren laut ARD die Gehaltsbeschränkungen für ihre Top-Manager. Finanzminister Steinbrück und NRW-Ministerpräsident Rüttgers sind empört - und appellieren an die Vernunft der Verantwortlichen.


Hamburg - Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) haben empört auf einen Bericht über Millionenzahlungen an Landesbank-Chefs reagiert, deren Häuser mit Staatshilfen gestützt werden. "Wenn eine Bank mit Steuergeldern unterstützt wird, gelten besondere Regeln. Dann müssen Bonuszahlungen verschwinden", sagte Rüttgers der "Rheinischen Post".

Finanzminister Steinbrück: Bei Kapitalhilfen ähnliche Auflagen wie beim Bund gewünscht
AP

Finanzminister Steinbrück: Bei Kapitalhilfen ähnliche Auflagen wie beim Bund gewünscht

Auch Finanzminister Steinbrück zeigte sich wenig erfreut: Er erwarte von den Ländern, dass sie bei Kapitalhilfen für die Banken ähnliche Auflagen wie der Bund machten, sagte er dem ARD-Magazin "Panorama". Bei Kapitalspritzen des Bundes dürfen Vorstände von Banken nicht mehr als 500.000 Euro im Jahr verdienen. Bonuszahlungen sind sogar ganz verboten.

Nach "Panorama"-Informationen zahlen einige Landesbanken ihren Top-Managern trotz der Stützen vom Staat weiterhin sehr hohe Gehälter. Bei der WestLB bekamen die Vorstandsmitglieder im vergangenen Jahr jeweils durchschnittlich mehr als eine Million Euro Jahresgehalt, berichtet "Panorama". Bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) liege das Gehalt des neuen Chefs Hans-Jörg Vetter weit über 500.000 Euro. Beide Banken hätten zudem Bonuszahlungen für das Jahr 2009 nicht ausgeschlossen.

Die Enthüllung ist brisant, hatte doch eine Sonderzahlung an den Chef der HSH Nordbank vor wenigen Wochen zum Bruch der Großen Koalition in Schleswig-Holstein geführt. So hatte HSH-Chef Dirk Nonnenmacher neben seinem regulären Gehalt einen Bonus von 2,9 Millionen Euro erhalten.

Rüttgers sagte, auf Boni zu verzichten sei eine Frage des Anstands und auch der gesellschaftlichen Verantwortung. "Ich gehe davon aus, dass die WestLB diese Ansicht teilt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für eine andere Position eine Mehrheit gibt."

Die WestLB hatte 100 Millionen Euro vom Land Nordrhein-Westfalen bekommen, das die Bank zusätzlich mit einem Garantieschirm von zwei Milliarden Euro stützt, berichtet "Panorama" weiter. Das NRW-Finanzministerium weist jedoch jede Kritik von sich. Bei der Vergabe von Landeshilfen vor mehr als einem Jahr habe sich keine Notwendigkeit ergeben, diese an Gehaltsdeckelungen zu knüpfen. "Zu diesem Zeitpunkt war die Deckelung von Vorstandsgehältern überhaupt nicht Bestandteil der öffentlichen Diskussion."

In Baden-Württemberg hatte das Parlament eine Finanzspritze von fünf Milliarden Euro an die LBBW an die Bedingung geknüpft, die Managergehälter auf 500.000 Euro zu beschränken - solange die Bank Verluste schreibt. Dass der neue Chef Vetter trotzdem weit mehr bekomme, habe Regierungschef Günther Oettinger bereits öffentlich eingeräumt. Im ersten Halbjahr 2009 hatte die LBBW allerdings wieder schwarze Zahlen geschrieben.

yes/AFP/dpa



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wischmopp 28.05.2009
1.
Warum verdient jemand der Porsche an den Rande der Insolvenz treibt 77 Millionen? Wer mir das erklären kann - Kompliment.
Rainer Eichberg 28.05.2009
2.
Zitat von sysopDie Gehälter der Dax-Vorstände sind 2008 um 25 Prozent gesunken. Nur einer triumphiert: Porsche-Chef Wiedeking - der mit 77 Millionen Euro erneut der Topverdiener Europas ist. Wie sehen Sie die Höhe der Managergehälter - was ist angemessen?
Das müssen die Aktionäre mit sich selbst ausmachen, ob ein Herr Wiedeking tatsächlich 77 Mio. wert ist. Wäre ich Porsche-Aktionär, wäre ich empört. Da ich jedoch weder Porsche-Aktionär noch Porsche-Kunde bin, ist es mir gänzlich egal. Allerdings wäre es interessant zu erfahren, ob Herr Wiedeking auch nächstes Jahr noch dieses üppige Salär ernten kann. Ich denke: Nö! So toll steht Porsche finanziell nicht da.
Hartmut Dresia, 28.05.2009
3.
Zitat von sysopDie Gehälter der Dax-Vorstände sind 2008 um 25 Prozent gesunken. Nur einer triumphiert: Porsche-Chef Wiedeking - der mit 77 Millionen Euro erneut der Topverdiener Europas ist. Wie sehen Sie die Höhe der Managergehälter - was ist angemessen?
Grundsätzlich liegt die Höhe der Managergehälter in der Zuständigkeit der Unternehmen, die sie bezahlen. Der Staat muss allerdings zwei Grundsätze beachten: Fließen öffentliche Mittel in die Unternehmen, dann sollten die Gehälter nicht wesentlich höher sein als die der öffentlich Bediensteten in vergleichbarer Position. Das Steuerrecht muss zudem so ausgestaltet sein, dass Übermaß ausgeglichen wird. Privilegierung und Diskriminierung (http://www.institut1.de/privilegierung-und-diskriminierung/) sind auch bei der Bezahlung von Mangern zu beachten. In gewisser Weise diskriminiert ein Managergehalt den Durchschnittsverdiener, wenn es z.B. das Zehnfache eines Durchschnittsgehalts übersteigt.
disbeliever 28.05.2009
4. Angemessen?
Nur mal so als ein möglicher "Vergleich": damit kann man ein Krankenhaus mit etwas mehr als 200 Betten ca 3-4 Jahre betreiben.
Rainer Eichberg 28.05.2009
5.
Zitat von disbelieverNur mal so als ein möglicher "Vergleich": damit kann man ein Krankenhaus mit etwas mehr als 200 Betten ca 3-4 Jahre betreiben.
Na und?
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