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GELDWÄSCHE WestLB will sich bessern

aus DER SPIEGEL 39/2001

Die Westdeutsche Landesbank (WestLB) hat ein Referat zur Vorbeugung und Bekämpfung der Geldwäsche gegründet und gut ein Dutzend Leute für diesen Bereich eingestellt. Das Institut will künftig »eine Vorbildfunktion unter den deutschen Banken« wahrnehmen, wie ein Manager der Bank berichtet. Allerdings kommt der Schritt nicht freiwillig, die Bankenaufsicht hat mächtig Druck gemacht. Die Aufseher hatten eine Sonderprüfung angeordnet, nachdem Anfang des Jahres bekannt geworden war, dass die WestLB in den bislang größten Geldwäsche-Skandal verwickelt ist. Die russische Trans World Group (TWG) steht im Verdacht, bei der WestLB und weiteren Großbanken knapp sieben Milliarden Mark gewaschen zu haben, was die TWG bestreitet. Das Ergebnis der Prüfung war für das Institut niederschmetternd. Die von der Behörde beauftragten Wirtschaftsprüfer stellten eklatante Mängel fest. Daraufhin erteilte die zuständige Geldwäsche-Beauftragte der Bankenaufsicht der Bank strikte Auflagen: Sie müsse das Personal aufstocken, das sich mit der Bekämpfung von Geldwäsche beschäftigt, und den gesamten Bereich umstrukturieren. Im Gegenzug kam der bis Ende August amtierende Vorstandschef Friedel Neuber mit einer informellen Rüge der Behörde davon - und musste sich keiner Prüfung seiner fachlichen Eignung unterziehen.

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