Finanzaufsicht BaFin richtet Meldestelle für Whistleblower ein

Hinweise von Insidern sind oft entscheidend für die Aufdeckung von Skandalen in der Finanzbranche. Die Finanzaufsicht richtet jetzt eine zentrale Anlaufstelle für Hinweisgeber ein.
Das BaFin-Gebäude in Bonn (Archivfoto)

Das BaFin-Gebäude in Bonn (Archivfoto)

Foto: Rolf Vennenbernd/ picture alliance / dpa

Die BaFin setzt bei der Kontrolle von Banken, Versicherern und Finanzdienstleistern verstärkt auf Informationen von Whistleblowern. Dazu schaltet die Behörde jetzt eine Meldeplattform frei. Über diese können Hinweisgeber die BaFin kontaktieren.

Die Anlaufstelle richte sich an Menschen, die "über ein besonderes Wissen zu Unternehmensinterna verfügen", teilte die Finanzaufsicht mit. Insider könnten helfen, "das Fehlverhalten einzelner Personen oder ganzer Unternehmen innerhalb des Finanzsektors aufzudecken".

Insider können demnach ihre Informationen per Brief oder E-Mail weitergeben oder sich per Telefon an die BaFin wenden. Auch ein persönlicher Gesprächstermin mit einem Mitarbeiter ist möglich. Dabei darf der Hinweisgeber anonym bleiben, muss es aber nicht. Seine Identität werde von der BaFin "besonders" geschützt, teilte die Behörde mit.

Die Einrichtung der Meldestelle ist im Finanzmarktnovellierungsgesetz  vorgesehen, das Mitte Mai vom Bundesrat verabschiedet wurde. Darin ist auch geregelt, dass für Marktmanipulationen und Insiderhandel künftig härtere Strafen gelten. Die Behörde ist auch bisher schon Hinweisen von Insidern nachgegangen, wenn sie diese als glaubhaft und relevant einstufte. Es gab dafür aber keine zentrale Anlaufstelle.

Zuletzt wurden in der Finanzbranche mehrere Skandale sowie umstrittene Geschäftspraktiken von Whistleblowern aufgedeckt - unter anderem über Briefkastenfirmen in Panama und Steuerpraktiken von Unternehmen in Luxemburg.

Zwei Whistleblower, die die sogenannten Luxleaks-Pulikationen ins Rollen gebracht hatten, wurden in Luxemburg zu Bewährungsstrafen verurteilt. Es handelt sich um zwei ehemalige Mitarbeiter der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC), die interne Dokumente zu Steuerpraktiken von Konzernen an Journalisten weitergeleitet hatten. Das Urteil stieß weltweit auf Kritik. Politiker forderten neue Gesetze, um Whistleblower besser zu schützen.

asa/Reuters/AFP