Fünf Milliarden Menschen betroffen WHO warnt vor schädlichen Transfetten

Viele Backwaren oder frittierte Kartoffelprodukte enthalten toxische Transfette – obwohl es eigentlich Alternativen gibt. Laut Weltgesundheitsorganisation sterben so jedes Jahr eine halbe Million Menschen vorzeitig.
Backwaren wie Berliner oder Donuts enthalten oft besonders viele Transfette

Backwaren wie Berliner oder Donuts enthalten oft besonders viele Transfette

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Andrew Burton/ Getty Images

Allen Verbesserungen zum Trotz: Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in vielen Lebensmitteln weltweit immer noch zu viele der schädlichen industriell produzierten Transfette enthalten. Fünf der acht Milliarden Menschen auf der Welt seien nicht ausreichend geschützt, hieß es in einer Zwischenbilanz  der Organisation. Transfette seien jedes Jahr für den vorzeitigen Tod von einer halben Million Menschen durch koronare Herzerkrankungen verantwortlich.

»Transfette sind toxische Substanzen, die töten«, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. »Es ist an der Zeit, sie ein für alle Mal aus Lebensmitteln zu verbannen.« Die WHO rief Regierungen, die dies noch nicht getan haben, auf, die Zulassung von Transfetten drastisch einzuschränken. Länder mit großer Krankheitsbürde seien unter anderem Ägypten, Pakistan und Südkorea. Positive Entwicklungen bescheinigte der Bericht Argentinien, Bangladesch, Indien, Paraguay, Philippinen – und auch der Ukraine. Zugleich forderte die WHO große Lieferanten von Ölen und Fetten auf, industriell hergestellte Transfette aus Produkten zu entfernen, die weltweit an Lebensmittelhersteller verkauft werden.

Die Weltgesundheitsorganisation hatte eigentlich erreichen wollen, dass die gesundheitsgefährdenden Bestandteile bis 2023 weltweit weitgehend aus der Nahrungsmittelkette verschwinden. In der EU dürfen seit 2021 nur Lebensmittel in den Handel, die weniger als zwei Gramm industrielle Transfette pro 100 Gramm Fett enthalten. Dänemark hatte industrielle Transfette schon vor rund 20 Jahren drastisch beschränkt – und nach WHO-Angaben daraufhin einen Rückgang der Herz-Kreislauf-Krankheiten verzeichnet.

Transfette beziehungsweise Transfettsäuren sind ungesättigte Fettsäuren, die durch natürliche und lebensmitteltechnologische Prozesse entstehen können. Eine hohe Zufuhr wirkt der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zufolge  nachteilig auf die Gesundheit, da das Risiko für eine Fettstoffwechselstörung erhöht wird. Auch das Risiko für eine koronare Herzkrankheit steige.

Back- und Süßwaren, frittierte Kartoffelprodukte

In der Lebensmitteltechnologie wurden über die sogenannte Hydrierung aus flüssigen Ölen streichfähige Produkte wie Margarine hergestellt, wobei ungesättigte in gesättigte Fettsäuren umgewandelt werden. Neben der Hydrierung können Transfettsäuren der DGE zufolge auch bei der thermischen Behandlung von pflanzlichen Ölen entstehen.

Zu den Lebensmitteln, die nennenswerte Mengen an Transfettsäuren enthalten können, gehören nach DGE-Angaben Back- und Süßwaren sowie frittierte Kartoffelprodukte und Fertiggerichte.

sol/dpa
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