Wiedeking-Nachfolger Michael Macht wird neuer Porsche-Chef

Jetzt also doch: Wendelin Wiedeking muss sein Amt abgeben. Nach Informationen des SPIEGEL haben sich die Eigentümerfamilien auf einen Nachfolger für den umstrittenen Porsche-Chef geeinigt. Michael Macht, bisher Produktionsvorstand, soll künftig die Porsche AG führen.

Hamburg - Am Donnerstagabend hat er sich noch ganz entspannt gegeben: "Ich bin ein glücklicher Vorstandschef und fühle mich in der Rolle pudelwohl", sagte Noch-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf der 100-Jahr-Feier von Audi. Doch die Eigentümerfamilien des Porsche-Konzerns haben nach SPIEGEL-Informationen beschlossen, sich von ihrem Spitzenmann zu trennen. Über die Modalitäten des Ausscheidens wird bereits verhandelt.

Bald-Porsche-Chef Michael Macht: Hochqualifizierter Fertigungsexperte

Bald-Porsche-Chef Michael Macht: Hochqualifizierter Fertigungsexperte

Foto: Waltraud Grubitzsch/ picture-alliance/ dpa

Auch ein Nachfolger für den langjährigen Porsche-Chef haben die Eigner-Familien bereits gefunden: Der bisherige Produktionschef Michael Macht soll die Geschäfte des Sportwagenherstellers künftig führen.

Der 48-Jährige gilt in der Branche als hochqualifizierter Fertigungsexperte, der in der Porsche-Produktion jährlich große Effizienzsteigerungen erreichte. Außer ihm kam im Porsche-Vorstand niemand für die Wiedeking-Nachfolge in Betracht.

Holding wird an Einfluss verlieren

Offen ist noch, wer Wiedekings Posten als Vorstandsvorsitzender der Porsche Automobil Holding übernehmen soll. Die Holding wird künftig an Einfluss verlieren. Nach einem Verkauf der Porsche AG an den VW-Konzern dürfte sie nur noch die Beteiligung der Familien Porsche und Piëch verwalten.

Mit der Entscheidung geht das monatelange Ringen um die Übernahme von Volkswagen   durch Porsche   zu Ende. Der hochverschuldete Sportwagenhersteller hat sich bei der geplanten Übernahme von Europas größtem Autobauer verhoben und sucht derzeit händeringend neues Geld. Das Management unter Wiedeking favorisiert deshalb den Einstieg von Katar. Gleichzeitig liegt auch der Vorschlag des VW-Aufsichtsratschefs Piëch auf dem Tisch, wonach die Wolfsburger knapp 50 Prozent am Sportwagenbauer übernehmen sollen. Dieses Vorgehen lehnte Porsche bislang strikt ab.

Um zu einem Beschluss zu kommen, müssen sich allerdings die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch über ihre weitere Strategie einigen. Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche will die Eigenständigkeit des Sportwagenbauers wahren.

Schon seit Tagen hatten sich die Anzeichen verdichtet, dass Wiedeking im Kampf um die Zukunft von Porsche den Kürzeren ziehen könnte. So soll er in den vergangenen Tagen Besuch von zwei Vertretern der Eigentümerfamilien bekommen haben, darunter Wolfgang Porsche, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Die beiden sollen ihm klargemacht haben, dass man sich trennen müsse. Wiedeking habe um Bedenkzeit gebeten.

Am Donnerstag hatte bereits die "Financial Times Deutschland" gemeldet, dass Wiedeking sich auf einen Rückzug vorbereitet. Dazu habe er den renommierten Arbeitsrechtler Jobst-Hubertus Bauer von der Stuttgarter Kanzlei Gleiss Lutz als Berater angeheuert, hieß es.

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