Wiederaufbau Cheneys Ex-Firma ist aus dem Rennen

Beim Wiederaufbau des Irak bleiben US-Firmen lieber unter sich. Auch der ehemals von Vizepräsident Dick Cheney geleitete Konzern Halliburton hatte sich gute Chancen ausgerechnet, ist bei der Endauswahl jedoch nicht dabei.


Eine US-Rakete hat dieses Telekommunikations-Zentrum in Bagdad zerstört. Über den Wiederaufbau des Landes wird bereits gestritten.
DPA

Eine US-Rakete hat dieses Telekommunikations-Zentrum in Bagdad zerstört. Über den Wiederaufbau des Landes wird bereits gestritten.

Washington - Inzwischen seien nur noch zwei Firmen im Rennen. Halliburton gehöre nicht mehr dazu, bestätigte ein Sprecher der "Agency for International Development" (USAID) gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Newsweek". Der texanische Ölkonzern war von 1996 bis 2000 vom jetzigen amerikanischen Vizepräsidenten Dick Cheney geleitet worden und erfreut sich bester Beziehungen zum US-Militär.

Für den millionenschweren Auftrag hatten sich neben Halliburton die US-Firmen Bechtel, Fluor, Parsons und Louis Berger beworben. Ob Halliburton freiwillig zurückgezogen hat, in der Endauswahl überflügelt wurde oder ob die US-Regierung den Konzern gebeten hat, seine Bewerbung zurückzuziehen, wollte der Sprecher nicht sagen.

US-Firmen only

Doch auch ohne Halliburton bleibt das Vergabeverfahren umstritten. Die Entscheidung der US-Regierung, lediglich heimische Firmen zu berücksichtigen, hatte für scharfe Kritik aus dem Ausland gesorgt. Obwohl britische Soldaten den irakischen Tiefseehafen von Umm Kasr sichern, wurde die US-Firma Stevedoring Services bereits mit dem Auftrag für den Wiederaufbau der Hafenanlagen bedacht. Nach Angaben der BBC hatte sich die britische Regierung dafür eingesetzt, als Geste des guten Willens ein irakisches Unternehmen zu beauftragen.

Halliburton-Tochter bleibt im Geschäft

Halliburton bleibt aber im Geschäft, zumindest über die Konzerntochter Kellog Brown and Root (KBR). Der private Militärdienstleister KBR hat kürzlich von der US-Regierung den Auftrag erhalten, brennende Ölfelder im Irak zu löschen. Außerdem ist KBR unter anderen für die Versorgung der US-Truppen im Mittleren Osten tätig.

Rund 600 Millionen Dollar will die US-Regierung über die Agentur USAID zunächst für den Wiederaufbau von Schulen, Krankenhäusern, Hospitälern, Häfen und Flughäfen im Irak ausgeben. Das Geld soll mittelfristig aus dem Irak zurückfließen: Der Irak könne seinen eigenen Wiederaufbau bald selbst finanzieren, hatte US-Sicherheitsberater Paul Wolfowitz gesagt.



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