Erneuerbare Energien China baut mehr Windräder als der Rest der Welt zusammen

Nicht kleckern, sondern klotzen: China hat den Ausbau der Windenergie beschleunigt – und allein 2020 mehr Windkraftanlagen neu gebaut als in Deutschland insgesamt in Betrieb sind.
Windkraftanlagen im Umland von Chinas Hauptstadt Peking

Windkraftanlagen im Umland von Chinas Hauptstadt Peking

Foto: FREDERIC J. BROWN/ AFP

Als »Windkraft-Weltmeister« gilt China schon länger – doch die Führung in Peking hat das Tempo des Ausbaus Erneuerbarer Energien 2020 offenbar noch einmal weiter erhöht. So berichtet der »Guardian« , China habe im vergangenen Jahr Anlagen mit einer Leistung von etwa 58 Gigawatt neu in Betrieb genommen – und damit mehr als die Hälfte der 2020 weltweit insgesamt errichteten Windkraftanlagen.

Die Daten basieren auf einer Auswertung der auf Wirtschaftsnachrichten spezialisierten Nachrichtenagentur »Bloomberg«. Zwar seien in allen Weltregionen Investitionen in Windkraftanlagen zu beobachten, sagte Studienautorin Isabelle Edwards dem »Guardian«. Das beispiellose Wachstum im vergangenen Jahr sei aber »dem chinesischen Markt zu verdanken.« Zur Einordnung: Deutschland betreibt – nach mehr als zwei Jahrzehnten Ausbau – derzeit insgesamt Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 55 Gigawatt.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

China baut aber auch mehr Kohlekraftwerke

Chinas Präsident Xi Jinping hatte im vergangenen Jahr mit der Ankündigung überrascht, sein Land wolle CO2-Emissionen drosseln und bis 2060 auf null senken. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. China setzt zeitgleich nämlich auch weiter auf den Ausbau der Stromgewinnung aus Kohle.

So wurden in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres in China fast 90 Prozent aller weltweit im Bau befindlichen Kohlekraftwerke errichtet. China betreibt zurzeit rund die Hälfte der Kohlekraftwerkskapazitäten weltweit.

Der Ausbau der Windenergie schritt unterdessen auch in den USA voran. Laut der »Bloomberg«-Auswertung wurden dort Anlagen mit einer Leistung von 16,5 Gigawatt in Betrieb genommen, ein neuer Rekordwert. In Europa stieg die Kapazität um 12,6 Gigawatt.

Die Windkraftoffensive in China und den USA hinterlässt auch Spuren auf dem Weltmarkt. Der dänische Hersteller Vestas, lange weltgrößter Hersteller von Windrädern, hat seinen Spitzenplatz verloren. Sowohl der Turbinenhersteller GE aus den Vereinigten Staaten als auch Chinas Xinjiang Goldwind zogen an der Firma vorbei.

beb