Erneuerbare Energien Artenschutz-Kompromiss soll für mehr Tempo beim Windparkbau sorgen

Jahrelang stritten Umwelt- und Wirtschaftsministerium um den Artenschutz bei neuen Windparks. Jetzt haben sich die Ministerien auf Eckpunkte für einen schnelleren Ausbau geeinigt.
Mäusebussard vor einem Windrad (Archivbild): Kollisionsgefahr

Mäusebussard vor einem Windrad (Archivbild): Kollisionsgefahr

Foto: M. Guyt / AGAMI / blickwinkel / imago images

Seltene Tierarten oder neue Windräder, was hat Vorrang? Nach jahrelangen Diskussionen hat die Bundesregierung jetzt eine Antwort auf den ewigen Streit gefunden – oder besser: einen Kompromiss, der den Weg für den Windkraftausbau frei machen soll. Das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium einigten sich auf Eckpunkte für einen naturverträglichen Ausbau der Windenergie. »Die Bremsklötze sind weg«, sagte Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne). Der Naturschutz werde gewahrt.

Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) sagte, es sei gelungen, einen Knoten durchzuschlagen. So sei es künftig möglich, neue Flächen für die Windkraft auszuweisen. Artenschutz und Windkraft seien in Zukunft »Alliierte« und nicht Gegner, sagte Habeck.

Konkret soll es in Zukunft bundeseinheitliche, gesetzliche Standards für die Prüfung und Bewertung geben, inwieweit eine Windenergieanlage das »Kollisionsrisiko« für gefährdete Vogelarten signifikant erhöht. Genehmigungsverfahren sollen vereinfacht und beschleunigt werden. Zugleich sind Artenhilfsprogramme geplant, an denen sich Betreiber von Windkraftanlagen beteiligen sollen.

Jahrelang hatten die beiden Ministerien darüber gestritten, wie der Ausbau der Windkraft besser in Einklang mit dem Natur- und Artenschutz gebracht werden kann. Für den Ausbau der Windkraft werden mehr Flächen benötigt. Artenschutzrechtliche Gründe führen bisher aber häufig dazu, dass Windkraftanlagen nicht genehmigt werden.

Der schnellere Ausbau der Windkraft an Land spielt eine Schlüsselrolle für die Bundesregierung, um Klimaschutzziele zu erreichen und weniger abhängig von fossilen Energieimporten aus Russland zu werden. Der schnellere Ausbau der erneuerbaren Energien habe durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine eine verschärfte Dringlichkeit bekommen, sagte Lemke.

mic/dpa-AFX
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