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Wirte sollen Kassenbons horten

aus DER SPIEGEL 15/1993

Hundert Millionen Mark will Finanzminister Theo Waigel pro Jahr durch Kontrolle der Bewirtungsspesen einsparen. Für Geschäftsessen dürfen nur 80 Prozent als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Die Finanzämter argwöhnen nicht ganz zu Unrecht, gefällige Wirte stellten überhöhte Quittungen aus. Diesem Mißstand will Waigel durch mehr Bürokratie beikommen. Sein Staatssekretär Franz-Christoph Zeitler plant, die Wirte zu verpflichten, ihre Kassenbons jahrelang aufzuheben. Dann können Steuerprüfer mit Stichproben in den Spesenlokalen feststellen, ob eine Bewirtung, die mit beispielsweise 280 Mark bei einem Unternehmen abgerechnet wurde, sich tatsächlich mit dem gleichen Betrag auch in den Kassenzetteln des Restaurants wiederfindet. Steuerfahnder aber haben doch erhebliche Zweifel, ob der Aufwand bei Wirten und Bürokraten tatsächlich zu dem erwarteten finanziellen Ergebnis führt.

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